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Politik

Reform soll Familien Bürokratie ersparen

wochentlich.deBy wochentlich.de22 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Reform soll Familien Bürokratie ersparen
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Lob selbst aus der Opposition

Neue Reform soll Familien viel Bürokratie ersparen


22.05.2026 – 15:42 UhrLesedauer: 3 Min.

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Die Füße eines Babys (Symbolbild): Familien sollen das Kindergeld bald automatisch bekommen. (Quelle: IMAGO/Nataliya Lazaridi/imago)

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Mehr Zeit fürs Baby statt für lästige Bürokratie: Das soll eine Reform des Kindergelds ermöglichen. Die Pläne von Schwarz-Rot werden auch von der Opposition begrüßt.

Familien sollen ab 2027 mit einer Reform beim Kindergeld entlastet werden. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sagte im Bundestag, Familien sollten künftig mehr Zeit für das Baby haben und sich weniger mit Bürokratie auseinandersetzen müssen. „Die Eltern erhalten künftig das Kindergeld automatisch, sie erhalten es unbürokratisch, und sie erhalten es schnell.“ Das Gesetz werde, wenn es vollständig umgesetzt sei, für alle Kinder gelten, die in Deutschland geboren werden.

Der Bundestag debattierte zum ersten Mal über geplante Gesetzesänderungen der schwarz-roten Koalition, denen auch der Bundesrat zustimmen muss. „Wir erwarten, dass rund 300.000 Erstanträge pro Jahr entfallen“, sagte Klingbeil. „Das vermeidet lästige Abstimmungsschleifen bei unvollständigen Anträgen, und das spart jede Menge Zeit, Geld und auch Nerven auf allen Seiten, auch beim Staat.“

imago images 0857315576Vergrößern des Bildes
Lars Klingbeil (SPD): Der Bundesfinanzminister ist zufrieden mit der Reform. (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)

Der zuständige CDU-Bundestagsabgeordnete Lukas Krieger begrüßte die Pläne als „echten Paradigmenwechsel“: „Der Staat geht künftig aktiv auf Familien zu, statt sie mit zusätzlichen Anträgen und Formularen zu belasten“, sagte Krieger t-online. Wer Anspruch auf Unterstützung habe, solle diese Leistung schnell, unkompliziert und ohne bürokratische Hürden erhalten.

Die Reform entlaste Familien konkret im Alltag und zeige, wie ein moderner Staat funktionieren müsse, nämlich digitaler, effizienter und serviceorientierter, sagte Krieger. „Das Once-only-Prinzip kann dabei weit über das Kindergeld hinaus Verbesserungen bringen – etwa bei Elterngeld, Umzügen, Unternehmensgründungen oder Pflegeleistungen.“

Auch manche Politiker aus der Opposition sehen die Pläne positiv. So sagte die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner: „Es passiert selten in diesem Land, aber es passiert, dass Dinge vorangehen, dass sich etwas bewegt. Wenn das Kindergeld in Zukunft ohne tausend Schleifen direkt auf dem Konto der Eltern landet, dann entlastet das viele Familien.“

Kindergeld ohne Antrag

Das Kindergeld beträgt unabhängig vom Einkommen aktuell 259 Euro pro Monat und Kind. Es wird an die Person ausgezahlt, die das Kind regelmäßig versorgt. Das neue Verfahren ohne Antrag soll im kommenden Jahr in zwei Schritten greifen: In einer ersten Stufe, voraussichtlich im März 2027, sollen all diejenigen Eltern das Kindergeld automatisch bekommen, die bereits ein älteres Kind haben.

Voraussichtlich ab November 2027 sollen dann auch diejenigen Eltern auf den Antrag verzichten können, die ihr erstes Kind bekommen. Voraussetzungen sind, dass mindestens ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind in Deutschland lebt und mindestens ein Elternteil in Deutschland arbeitet. Außerdem müssen die Behörden die Kontoverbindung (IBAN) kennen. Diese kann man bereits heute entweder über die Bank oder über das Steuerportal Elster melden.

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