Großeinsatz in NRW
Razzia gegen „Hells Angels“ – 1.200 Polizisten im Einsatz
Aktualisiert am 28.04.2026 – 05:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Am frühen Morgen rücken Spezialkräfte in ganz NRW aus – im Fokus: die „Hells Angels“. Mehr als 50 Objekte werden durchsucht.
Mit einer großangelegten Razzia geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen die Rockergruppe „Hells Angels“ vor. Rund 1.200 Beamte seien in 28 Städten im Einsatz, erklärte das Innenministerium in Düsseldorf am Dienstagmorgen. Es handle sich um einen der größten Einsätze gegen Rockerkriminalität in der Geschichte des Landes. Zuvor hatte die Behörde den Verein „Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen“ verboten.
Demnach werden seit den frühen Morgenstunden mehr als 50 Objekte durchsucht. Auch Spezialeinsatzkräfte, unterstützt von Spürhunden und gepanzerten Fahrzeugen, sind im Einsatz. Razzien gibt es in Wohnungen und Geschäftsräumen von Vereinsmitgliedern und Unterstützern unter anderem in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim, Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim, Gummersbach, Kempen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken, Lünen und Marienheide.
Hintergrund der Razzia ist einem „Bild“-Bericht zufolge ein umfangreiches Ermittlungsverfahren des Polizeipräsidiums Düsseldorf unter Leitung der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in NRW (ZeOS). Die Behörden ermitteln demnach wegen des Verdachts der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
In NRW waren in den vergangenen Jahren bereits andere „Hells Angels“-Ableger („Chapter“) verboten worden. Zuletzt hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) 2017 den Verein „Hells Angels MC Concrete City“ verboten und aufgelöst. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hatte das Verbot vier Jahre später bestätigt.
Wie die „Neue Westfälische“ vor wenigen Tagen mit Bezug auf das Landeskriminalamt (LKA) berichtete, hatten die „Hells Angels“ zuletzt 29 Chapter in NRW. Mit 469 Mitgliedern sei der Club zuletzt stark gewachsen – unter anderem durch Überläufer der verfeindeten „Bandidos“. Damit waren die „Hells Angels“ personell bislang die größte Rocker-Gruppe in NRW – vor den „Freeway Riders“ mit 403 Mitgliedern in 37 Chaptern.
