Rassismus-Eklat bei Nürnberger Metzger

„Ich habe hier schon ein, zwei Mal geweint“


Aktualisiert am 06.11.2026 – 10:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Nürnberger Traditionsmetzgerei Freyberger geht öffentlich gegen Rassismus vor - um eine Mitarbeiterin zu schützen.

Die Nürnberger Traditionsmetzgerei Freyberger geht öffentlich gegen Rassismus vor – um eine Mitarbeiterin zu schützen. (Quelle: Screenshot YouTube / Freyberger TV)

Rassistische Kunden, ein rechter Shitstorm, Morddrohungen: Ein Nürnberger Metzger stellt sich schützend vor seine Mitarbeiterin aus Simbabwe.

Define Kamhuka kam vor drei Jahren aus Simbabwe nach Nürnberg und arbeitet heute in einer Traditionsmetzgerei der Stadt. In einem Video, das ihr Arbeitgeber veröffentlicht hat, schildert die 26-Jährige eindrücklich, wie ein Teil der Kundschaft ihr begegnet. Ihr Chef, Dirk Freyberger, macht die rassistischen Vorfälle auf dem hauseigenen YouTube-Kanal der Nürnberger Traditionsmetzgerei öffentlich.

Metzger: „Es ist einfach komplett eskaliert“

In den vergangenen Jahren seien diese im Laden zwei-, dreimal vorgekommen, bestätigt der prämierte Metzgermeister der Nürnberger Lokalredaktion von t-online. Was ihn aber noch mehr schockiert habe: Nachdem er ein Video auf seinem YouTube-Kanal hochgeladen habe, das Kamhuka vorstellt, sei im Netz ein rechter Shitstorm über die Metzgerei hereingebrochen. Dirk Freyberger habe Morddrohungen erhalten und einen Anruf, in dem er minutenlang beschimpft worden sei, schildert er. Es habe schlechte Bewertungen auf Google gehagelt. „Es ist einfach komplett eskaliert“, sagt er, Tage danach noch immer fassungslos. Er wolle manche der Kommentare nun von einem Anwalt prüfen lassen: „Wie dumm kann man sein, mit seinem Klarnamen so etwas zu kommentieren?“

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In dem Video erzählt Kamhuka von den Reaktionen der Kundschaft. Viele wollten einfach nicht von ihr bedient werden. Andere unterstellten ihr, beim Abrechnen zu betrügen. „Weil, die vertrauen mir nicht“, sagt sie.

Kunden wollten nicht von Kamhuka bedient werden

Besonders schwer falle es ihr, solche Begegnungen im Arbeitsalltag wegzustecken. „Wenn eine Kunde ist nicht so nett mit mir, dann … mein Kopf ist nicht so gut“, sagt sie im Video. An manchen Tagen habe sie deshalb geweint – und sich im Anschluss gefragt: „Was habe ich falsch gemacht?“

Dirk Freyberger: Der Metzgermeister verteidigt seine Mitarbeiterin gegen rassistische Angriffe. (Quelle: Daniel Löb/dpa-afx)
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Wer sich im Laden danebenbenimmt, bekommt laut dem Chef Hausverbot: „Der kriegt halt einfach kein Leberkäse-Weckle mehr, dann wird er des Ladens verwiesen.“ Bei der Einstellung von Personal spiele die Herkunft keine Rolle, betont er: „Mich interessiert keine Ethnie, mich interessiert keine Hautfarbe.“ Er habe mehrere Auszubildende, deren Wurzeln im Ausland liegen.

Unter den neuen Beiträgen, in denen sich Freyberger gegen den Shitstorm wehrt, stehen nun vor allem zustimmende Kommentare. „Wir möchten unbedingt von Define bedient werden“, schreibt eine Nutzerin – ihr Kommentar erhielt rund hundert Likes.

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