Gerichtsurteil

Dieses Verhalten kann in Baustellen richtig teuer werden


27.10.2025 – 07:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Verengte Fahrbahn, Tempolimit: Eine Baustelle ist in der Regel leicht erkennbar. (Quelle: IMAGO/JOERAN STEINSIEK/imago)

Viermal wurde das Tempolimit von 80 angezeigt, trotzdem fuhr ein Mann mit 170 Sachen durch eine Baustelle. Das hat teure Konsequenzen für ihn.

Erst 120, dann 100, dann 80 und womöglich 60, dazu in der Regel eine Spurverengung: Ein sogenannter Geschwindigkeitstrichter soll Autofahrer zum Abbremsen vor Baustellen bringen, um die Sicherheit zu erhöhen.

Und an die Tempolimits sollte man sich besser halten, hat ein Gericht entschieden: Wer den ignoriert und massiv schneller als erlaubt fährt, handelt in der Regel vorsätzlich. Das zeigt eine Entscheidung des Bayerischen Obersten Landesgerichts (BayObLG) in einem Fall, auf den die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist (Az.: 201 ObOWi 26/25).

Im verhandelten Fall fuhr ein Mann mit Tempo 170 durch einen Baustellenbereich, in dem nur Tempo 80 erlaubt war. Mehrere Schilder hatten vorher auf die Absenkung des Geschwindigkeitslimits hingewiesen. Die Konsequenz: eine Geldbuße von 1.400 Euro und ein dreimonatiges Fahrverbot wegen fahrlässiger Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit.

Dagegen wollte der Mann sich wehren und legte Rechtsbeschwerde ein. Er monierte unter anderem: Die Verdopplung des wegen eines fahrlässigen Verstoßes verhängten Bußgelds wäre nicht begründet worden. Das Oberlandesgericht lehnte ab, im Gegenteil: Die Richter gingen nun sogar davon aus, dass das Verhalten nicht nur fahrlässig war, der Fahrer also die Schilder nicht versehentlich übersehen hat, sondern sie vorsätzlich ignoriert hat. Es blieb also bei der Strafe.

Allgemein kann nach gefestigter Rechtsprechung bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 40 Prozent in der Regel von Vorsatz ausgegangen werden. Vor allem dann, wenn wie im vorliegenden Fall die jeweils gültige Geschwindigkeit klar und mehrfach angezeigt worden war.

Wie wichtig die richtige Geschwindigkeit und genügend Abstand ist, zeigt sich auch, wenn es zu einem Unfall kommt: Wenn Sie sich nicht an die Regeln halten, kann Ihnen eine Mithaftung drohen, selbst wenn Sie nicht der Verursacher sind, wie der Fall eines SUV-Fahrers zeigt.

Daher gilt: Fädeln Sie sich um Reißverschlussverfahren ein, halten Sie genügend Abstand, fahren Sie versetzt und beachten Sie die Tempolimits. Bleiben Sie konzentriert und fahren Sie rechts, wenn Sie sich in der Situation unwohl fühlen.

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