Radikaler Wetterumschwung
Hier drohen jetzt mehr als zehn Zentimeter Neuschnee
Aktualisiert am 18.11.2025Lesedauer: 4 Min.

Ein dramatischer Umschwung des Wetters bringt den Winter nach Deutschland. Frostige Luft aus Skandinavien sorgt für Schnee fast im gesamten Land.
Kalte Luft aus Skandinavien breitet sich aus. Besonders südlich der Linie Saarland–Berlin kommt es zu teils kräftigem und länger andauerndem Niederschlag. Glättegefahr durch Reif, Schneeregen oder Schneeschauer kann ab dem 17. November vor allem in den Frühstunden bestehen. Diplom-Meteorologe Dominik Jung sagte bereits im Vorfeld auf eine Anfrage von t-online: „Es wird ein wahrer Ritt auf einer Achterbahn. Rauf, dann wieder steil runter. Ein krasser Wetterwechsel.“
Der Diplom-Meteorologe Marcel Schmid erklärte für t-online: „Am Montag dringt polare Kaltluft bis zu den Alpen vor und lässt dort im Tagesverlauf die Schneefallgrenze bis in die Tallagen absinken. Die Schneefallgrenze liegt um 500 Meter, eine dünne Schneedecke bildet sich jedoch allenfalls in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen.“
Dort könnten in den Hoch- und Staulagen 10 bis 20 Zentimeter Schnee fallen, so der Experte des DWD.
Am Dienstag verlagert sich der Schwerpunkt des Herbstwetters in den Norden. Kalte Luftmassen gleiten dann über das vergleichsweise warme Wasser der Nord- und Ostsee – und sorgen für den sogenannten Lake Effect. Dieser meteorologische Effekt verursacht intensiven Niederschlag, meist in Form von Schnee. Dieser wird dann als Lake Effect Snow bezeichnet. Eine deutsche Bezeichnung für dieses Phänomen gibt es nicht.
Der DWD definiert den Lake Effect Snow (LES) als ein „Phänomen, das in der kalten Jahreszeit beim Strömen von Kaltluft über größere, wärmere Wasserflächen auftreten kann“. Die kalte Luft wird beim Überströmen des wärmeren Wassers von unten erwärmt. Die erwärmte und mit zusätzlicher Feuchtigkeit angereicherte Luft steigt auf. In der Folge kann es zu flächenmäßig eng begrenzten Niederschlägen mit teils heftigen Schneefällen kommen. „Aufgrund der geringen Breite der Niederschlagsbänder von meist nur wenigen Kilometern kann ein bestimmtes Gebiet z. B. im Schnee versinken, während in der Nachbarschaft deutlich weniger oder gar kein Schnee fällt“, erklärt der DWD.
Dieses Wetter-Phänomen ist nun am Dienstag im Norden Deutschlands zu erwarten. Dabei entstehen lokal kräftige Schauer, die mitunter bis ins Landesinnere vordringen können. Zwar fällt der meiste Niederschlag noch in flüssiger Form, doch bei Tageshöchstwerten zwischen 3 und 8 Grad ist auch Schneeregen oder Graupel nicht ausgeschlossen.
