Der Wagen von Gina H. spielt eine wichtige Rolle: Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass H. gegen 10.43 Uhr die Wohnung von Fabian in Güstrow aufsuchte. Zu dem Zeitpunkt war er allein zu Hause – er war wegen Unwohlseins nicht zur Schule gegangen. Seine Mutter war auf der Arbeit. Um 11.22 Uhr, so die Ermittler, deaktivierte Gina H. ihr Smartphone.
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Anschließend soll sie mit Fabian Richtung Klein Upahl gefahren sein. Gemeinsam mit dem Jungen sei sie zu dem Tümpel gelaufen, habe das Messer gezückt und zugestochen. Zwei Stiche trafen direkt ins Herz, wie die Obduktion ergab. Um 12.43 Uhr aktivierte die Angeklagte ihr Smartphone wieder. Fabian starb laut Obduktion zwischen 10.50 Uhr und 13 Uhr – also genau in dem Zeitraum, in dem die Zeugen auch den Wagen beobachten konnten.
Bereits zu Beginn des Prozesses im Fall Fabian waren Videoaufnahmen einer Überwachungskamera gezeigt worden, auf denen der orangefarbene Ford Ranger im relevanten Zeitraum rund 100 Meter von Fabians Wohnung entfernt zu sehen war. Aus den Aufnahmen ergab sich jedoch nicht, wer den Wagen steuerte und ob sonst noch jemand in dem Auto saß.
Fall Fabian: Feuer am Fundort der Leiche – Zeugin spricht
Neben den beiden Landwirten wurde am sechsten Prozesstag vor dem Landgericht Rostock eine weitere wichtige Zeugin angehört: Sie fotografierte am Tattag gegen 15 Uhr ein Feuer am späteren Fundort der Leiche – mutmaßlich die brennende Leiche des Jungen. Das Foto wurde später von der Polizei veröffentlicht, mit dem Appell an weitere Zeugen, sich zu melden.
Vor Gericht sagte die Zeugin aus, sie sei gerade mit ihrem Pferd spazieren gewesen, als sie zunächst Rauch und wenig später die Feuerstelle gesehen habe. Das Feuer habe „wie ein kleines Lagerfeuer“ ausgesehen, erklärte sie laut „Bild“-Zeitung. „Das sah aus, als hätte jemand das Schilf runtergebrannt.“ Sie habe ein Foto von dem Feuer gemacht, um es ihrem Partner zu schicken und ihn zu fragen, ob er wisse, was los sei. An eine Straftat habe sie keinesfalls gedacht. Tatsächlich war das Verschwinden des Jungen der Öffentlichkeit zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Erst am 11. Oktober bat die Polizei die Bevölkerung um Mithilfe.
