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Panorama

Prozess gegen Gina H. – Anwältin kündigt brisante Zeugen an

wochentlich.deBy wochentlich.de11 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Prozess gegen Gina H. – Anwältin kündigt brisante Zeugen an
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Im Mordfall Fabian aus Güstrow ist die Mutter des Jungen Nebenklägerin. Ihre Anwältin ist sich sicher, dass Zeugen, die ab Freitag aussagen sollen, das Verfahren entscheidend prägen werden.

Christine Habetha ist seit über 30 Jahren Rechtsanwältin und vertritt Opfer von Straftaten und deren Angehörige. Doch einen solchen Fall wie den des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat sie noch nie erlebt, wie sie sagt. Habetha ist die Anwältin von Fabians Mutter im Mordprozess vor dem Landgericht Rostock.

Im Interview mit t-online spricht die Juristin über die Verfassung ihrer Mandantin, das Verhalten der Angeklagten Gina H. und über möglicherweise alles entscheidende Zeugen, deren Aussagen kurz bevorstehen.

  • Alle aktuellen Informationen: Mordfall Fabian – Junge aus Güstrow getötet
  • Sexualisierte Witze und Selbstmitleid: Das Handy der Angeklagten im Fall Fabian

t-online: Frau Habetha, Sie sind Rechtsanwältin mit jahrzehntelanger Erfahrung. Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere am Fall Fabian?

Christine Habetha: Dieser Fall ist zweifellos einzigartig, vor allem wegen seiner Brutalität und Grausamkeit. Fabian, ein achtjähriges Kind, ist durch sechs massive und zielgerichtete Messerstiche in die Brust getötet worden. Danach ist die Leiche des Kindes auch noch verbrannt worden. Am Ende wog der Körper nur noch 20 Kilogramm.

Ihre Mandantin, Fabians Mutter Dorina L., nimmt am gesamten Prozess als Nebenklägerin teil. Nur an drei Tagen blieb sie der Sitzung fern. Wieso?

An den drei Tagen ging es explizit um den Tatort, einen Tümpel bei Klein Upahl, und entsprechend wurden von diesem und von der Leiche des Kindes Fotos gezeigt. Außerdem hat der Rechtsmediziner seine Obduktionsergebnisse präsentiert. Die Bilder und Aussagen wären für meine Mandantin nicht zu ertragen gewesen. Ich hatte versucht, die Öffentlichkeit von dem Termin auszuschließen, um die Restwürde des Kindes nach seinem Tod zu wahren. Das Gericht hat aber festgestellt, dass das Recht der Öffentlichkeit an der Teilnahme überwiege.

Rechtsanwältin Christine Habetha im Saal des Landgerichts Rostock.
Rechtsanwältin Christine Habetha im Saal des Landgerichts Rostock. (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa)

Zur Person

Christine Habetha (*1957 in Rostock) studierte Rechtswissenschaft in Jena und arbeitete in der DDR zunächst als Staatsanwältin. Nach der Wiedervereinigung begann sie ihre Laufbahn als Anwältin im Strafrecht. Seit über 30 Jahren liegt ihr Schwerpunkt im Opferrecht. Sie vertritt Opfer und deren Angehörige, aber als Strafverteidigerin auch Straftäter. Ihre Kanzlei liegt in Neubukow im Landkreis Rostock.

Warum ist es Ihrer Mandantin so wichtig, persönlich am Prozess teilzunehmen?

Sie möchte ihrem Kind ein Gesicht geben. Sie will, dass Fabian in der Hauptverhandlung präsent ist. Und das kann sie nur durch ihre eigene Anwesenheit. Jeder Tag ist für sie ein Kampf. Sie sitzt der Angeklagten gegenüber und schaut ihr ins Gesicht. Gina H. gibt sich teilweise unbeteiligt, teilweise amüsiert, sie lächelt und scherzt mit ihren Anwälten. Als der Vater des Kindes, der mit der Angeklagten nach eigener Aussage wieder liiert ist, im Gerichtssaal aussagte, haben sich beide hemmungslos angelächelt und sich an gemeinsame erotische Momente erinnert. Und das alles vor den Augen der Mutter, die leidet und die Welt nicht mehr versteht. Dass sie vom Vater des Kindes sehr enttäuscht ist, dürfte klar sein.

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