Razzia in Berlin
LKA durchsucht Projekt für queere Menschen – Versammlung eskaliert
19.10.2026 – 08:19 UhrLesedauer: 1 Min.
Das Landeskriminalamt hat in Berlin-Kreuzberg ein Gesundheitsprojekt durchsucht. Danach gingen rund 130 Menschen auf die Straße.
Das Landeskriminalamt Berlin hat am Sonntagabend ein Projekt in der Naunynstraße in Kreuzberg durchsucht. Der Verdacht: Hormontherapien für Menschen mit Geschlechtsangleichung sollen dort ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt worden sein, was gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen würde. Das teilte die Polizei mit.
Bei dem durchsuchten Gebäude handelt es sich nach Angaben der Betreiber um das Projekt „Casa Kuà“. Es setzt sich nach eigener Darstellung für einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung für transgeschlechtliche, intergeschlechtliche, nicht-binäre und queere Menschen ein. Das Projekt sieht das deutsche Gesundheitssystem als diskriminierend an und will traditionelle und konventionelle Behandlungen zusammenbringen.
Noch am Sonntagabend fanden sich rund 130 Menschen spontan zu einer Versammlung zusammen. Bei dem Protest unter dem Motto „Hormone für alle“ kam es zu Reibereien zwischen Teilnehmenden und Einsatzkräften. Eine Person wurde vorübergehend in Gewahrsam genommen. Auch Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano war vor Ort. Bei der Durchsuchung stellte die Polizei nach eigenen Angaben Beweismittel sicher.
