Heimspiel gegen Stuttgart
Ein Jahr mit Trainer Merlin Polzin – HSV zieht Bilanz
28.11.2025 – 15:23 UhrLesedauer: 2 Min.
Trainer Merlin Polzin hat beim Hamburger SV in einem Jahr viel bewegt. Nach dem Aufstieg kämpft der junge Coach mit dem HSV jetzt gegen einen Negativlauf.
Merlin Polzin hat geschafft, woran viele große Namen gescheitert sind: Er hat den Hamburger SV nach siebenjähriger Abstinenz zurück in die Fußball-Bundesliga geführt. Nun steht er vor der Herausforderung, den Klassenerhalt zu sichern. Seit November 2024 lenkt der gebürtige Hamburger die Geschicke des Clubs, aktuell ist er der jüngste Übungsleiter der 1. Bundesliga. Polzin entwickelte sich vom Interimscoach zum Cheftrainer und genießt große Beliebtheit bei den Fans.
Merlin Polzin erklärt auf der Vereinswebsite: „Die Jahresmarke ist ein schöner und zugleich kleiner Moment bei all dem, was wir hier beim HSV noch vorhaben.“ Die zwölf Monate als Chef seien sehr schnell vergangen.
Die sportliche Situation gibt aktuell Anlass zur Sorge. Der HSV holte nur einen Punkt aus den letzten fünf Ligaspielen. Eine Niederlage gegen Stuttgart am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) könnte den Club näher an die Abstiegszone bringen. Nur zwei Punkte trennen die Hanseaten vom Relegationsplatz, den Stadtrivale FC St. Pauli belegt.
HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz stärkt seinem Trainer den Rücken: „Die tägliche Arbeit, der Umgang mit Spielern, die Energie, die sie hereinbringen. Die Klarheit, die wir da haben. Auch eine gewisse Bereitschaft, sich etwas anzuhören und sich immer dynamisch weiterentwickeln zu wollen.“
Kuntz betont: „Das Vertrauen, das wir in Merlin und sein ganzes Trainerteam gesetzt haben, das war mehr als berechtigt.“ Die Vereinsführung hält trotz der Ergebniskrise am Trainer fest.
Polzin scheut keine schwierigen Entscheidungen. Er setzte den damaligen Kapitän Sebastian Schonlau auf die Bank und trennte sich im Sommer von verdienten Spielern wie Schonlau und Davie Selke.
Der Coach erklärt seine Führungsphilosophie: „Mir ist total wichtig, dass man ein guter Teamkollege ist. Ein guter Teamkollege definiert sich nicht darüber, dass man dann gratuliert, wenn der Kollege ein Tor schießt, sondern auch in den Momenten, die mal schwerer sind.“
Im Sommer führte Polzin einen neuen Spielstil ein: kompakter, mehr Umschaltmomente und stärkerer Fokus auf die Defensive. Die Umstellung zeigt noch nicht die gewünschte Konstanz.
Polzin sagt in einem Vereinsporträt: „Wir haben Zeit gebraucht, um in der Bundesliga anzukommen – mit der neuen Mannschaft, neuen Spielern und Charakteren und der angepassten Spielart, Fußball zu spielen, um wettbewerbsfähig zu sein. Das hat in Phasen schon gestimmt, aber es war in Teilen noch nicht über 90 Minuten verlässlich.“
