Auch vor Usedom
Badeverbot in der Ostsee – Seeminen werden gesprengt
06.10.2026 – 04:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Taucher sind bei Hafenbauarbeiten in Swinemünde auf gefährliche Fundstücke gestoßen. Nun darf an Stränden vor der Insel Usedom nicht geschwommen werden.
Vor der polnischen Hafenstadt Swinemünde lässt die polnische Marine fünf Seeminen aus dem Zweiten Weltkrieg sprengen. Dafür gilt vom 5. bis 8. Oktober ein Badeverbot auf einer rund 20 Kilometer langen Strecke, das bis zum deutschen Kaiserbad Ahlbeck auf Usedom reicht. Taucher hatten die Sprengkörper bei Vorarbeiten für den Bau eines neuen Containerhafens entdeckt.
Die gefundenen Minen vom Typ Mark IV, V und VI liegen rund einen Kilometer vor der Küste in zehn Metern Tiefe. Zusammen enthalten sie etwa 2.500 Kilogramm Sprengstoff, nach Angaben der „Tagesschau“ wiegen die nicht explodierten Kampfmittel insgesamt rund dreieinhalb Tonnen. Die zylinderförmigen Sprengkörper sind etwa drei Meter lang.
Sperrzone reicht über die Grenze
Weil Swinemünde unmittelbar an der deutsch-polnischen Grenze liegt, betrifft die Sperrung auch Gebiete außerhalb Polens. Die Zone erstreckt sich westlich bis zum rund fünf Kilometer entfernten Ahlbeck in Mecklenburg-Vorpommern und östlich bis zum polnischen Seebad Misdroy.
Die Gemeinde Heringsdorf hat an den Strandaufgängen Warnschilder aufgestellt, die auch auf den Einsatz des 12. Minensuchgeschwaders der 8. Küstenverteidigungsflottille der polnischen Marine hinweisen. Darauf heißt es: „Aufgrund von Seeminen-Neutralisierung vor Swinemünde ist das Aufhalten im Wasser strikt untersagt.“ Für Schiffe gilt um den Neutralisierungspunkt ein Sicherheitsradius von 821 Metern.
Spaziergänge weiter möglich
Spazieren gehen am Strand bleibt trotz der Sperrung erlaubt. Wer allerdings mit einem sichtbaren Spektakel rechnet, wird enttäuscht, denn die Sprengungen finden unter Wasser und in einiger Entfernung von der Küste statt. Ausflugsschiffe vor Usedom dürfen laut einem Bericht der ARD-„Tagesschau“ während der Arbeiten weiterhin verkehren. Die Spezialoperation der polnischen Marine läuft seit Montag, 8 Uhr.
Nach Schätzungen liegen in Nord- und Ostsee noch Hunderttausende Tonnen Munition aus beiden Weltkriegen auf dem Meeresgrund, darunter Minen, Bomben, Granaten und Torpedos. Die Ostsee wurde im Zweiten Weltkrieg massiv vermint, da Häfen und Schifffahrtsrouten als strategisch wichtig galten. Viele dieser Blindgänger wurden nie geborgen und werden bis heute entdeckt. Nach Einschätzung von Experten können die Minen noch immer auf Magnet- und Schallfelder vorbeifahrender Schiffe reagieren.