„Politische Tatenlosigkeit“
Polizeigewerkschaft macht Berliner Senat harte Ansage
01.01.2026 – 16:53 UhrLesedauer: 2 Min.
An Silvester gibt es in Berlin schwere Krawalle. Doch die Innensenatorin zieht eine weitgehend positive Bilanz der Nacht. Von der Polizeigewerkschaft kommt harte Kritik.
Die Bilanz der Berliner Polizei nach der Silvesternacht spricht eine deutliche Sprache: Pyrotechnik-Beschuss sowie körperliche Attacken auf Polizisten, insgesamt 35 verletzte Einsatzkräfte – zwei von ihnen so schwer, dass sie zur stationären Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden mussten. Rund 3.200 Beamte waren gegen im die in Berlin mittlerweile alljährlichen Ausschreitungen an Silvester im Einsatz.
Insgesamt 800 Ermittlungsverfahren habe die Polizei eingeleitet, wie es weiter heißt – wegen tätlichen Angriffs sowie Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Dazu kommen mögliche Verstöße gegen das Waffengesetz, Brandstiftung und Landfriedensbruch.
Für den Sprecher des Berliner Landesverbands der Gewerkschaft der Polizei ist klar, warum dieser Jahreswechsel dennoch vergleichsweise glimpflich ablief. „Es ist allein unseren Kollegen zu verdanken, dass die großen Ausschreitungen und entsprechende Bilder ausgeblieben sind“, sagt Benjamin Jendro der Berliner Lokalredaktion von t-online.
Im selben Atemzug sagt Jendro aber auch, ein brennender Bahnhof, entglaste Scheiben, abgefackelte Fahrzeuge und gut 35 verletzte Einsatzkräfte könnten niemals Normalität sein. „Gerade unsere Berliner Landesregierung sollte sich jetzt nicht zurücklehnen und darauf hoffen, dass die Polizei und Feuerwehr ihnen hier immer wieder die Kohlen für politische Tatenlosigkeit aus dem Feuer holen.“
Was Jendro damit meint: Im Kampf gegen die Silvester-Krawalle in der Hauptstadt macht sich die Gewerkschaft der Polizei seit Langem für ein generelles Böllerverbot für den Privatgebrauch stark. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gilt als ein Gegner eines generellen Böllerverbots. Kritiker fordern von Wegner dennoch, sich im Bundesrat für ein Verbot einzusetzen.
