Für mehr Sichtbarkeit

Polizei führt Dauer-Blaulicht ein


21.05.2026 – 10:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Polizeiliches Präsenzlicht (PPL): Die Polizei Hamburg führt das neue System an ihren Streifenwagen ein. (Quelle: Polizei Hamburg)

Hamburgs Streifenwagen sollen künftig auffallen, noch bevor etwas passiert. Dafür setzt die Polizei auf ein neues Dauer-Blaulicht.

Wer in Hamburg künftig einen Streifenwagen sieht, wird immer häufiger auch dauerhaft leuchtendes blaues Licht sehen. Die Polizei der Hansestadt führt als erste in Deutschland das sogenannte „Polizeiliche Präsenzlicht“ (PPL) ein. Seit Dienstag werden die ersten Fahrzeuge damit ausgerüstet.

Das neue Lichtsystem ist dauerhaft eingeschaltet und blinkt nicht. Außerdem leuchtet es deutlich schwächer als das klassische Blaulicht. Nach Angaben der Polizei erreicht das PPL rund 30 Prozent der üblichen Helligkeit. Aktiviert wird es automatisch, sobald ein Streifenwagen losfährt.

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Passanten, die zum ersten Mal das neue Blaulicht bemerken, könnten den Streifenwagen zunächst für ein Fahrzeug im Einsatz halten. Genau davon will die Polizei das neue System aber abgrenzen. Das klassische Blaulicht blinkt weiterhin und wird bei Einsätzen zusammen mit dem Martinshorn genutzt. Nur dann müssen andere Verkehrsteilnehmer sofort Platz machen. Hamburgs Polizeivizepräsident Mirko Streiber bezeichnete das Präsenzlicht laut NDR als „reine Zusatzbeleuchtung“.

Sichtbarkeit der Polizei erhöhen

Nach Angaben der Polizei soll das neue Licht vor allem die Sichtbarkeit der Streifenwagen erhöhen. Die Beamten sollen im Stadtbild schneller wahrgenommen werden. Die Behörde verbindet damit auch die Hoffnung, das Sicherheitsgefühl in der Stadt zu stärken.

Vorbild für das System sind andere Länder, in denen dauerhaft beleuchtete Polizeifahrzeuge bereits zum Alltag gehören. In Frankreich, Spanien, Schweden oder den USA sind ähnliche sogenannte „Police Cruise Lights“ seit Jahren im Einsatz.

Die Einführung des neuen Lichtsystems wird von den Polizeigewerkschaften grundsätzlich unterstützt. Die Deutsche Polizeigewerkschaft Hamburg sieht darin einen Beitrag zu mehr sichtbarer Polizeipräsenz und eine mögliche abschreckende Wirkung auf Straftäter.

Gewerkschaft fordert wissenschaftliche Begleitung

Die Gewerkschaft der Polizei äußert sich zurückhaltender. Ihr Landesvorsitzender Lars Osburg betonte laut NDR, Polizisten müssten jederzeit selbst entscheiden können, ob Sichtbarkeit oder Unauffälligkeit wichtiger sei. Deshalb müsse sich das Licht jederzeit abschalten lassen – etwa bei Einsätzen, bei denen die Polizei unbemerkt bleiben soll.

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Außerdem fordert die Gewerkschaft eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts. Eine gesonderte Evaluation plant die Polizei Hamburg bislang allerdings nicht. Polizeivizepräsident Streiber verwies laut NDR darauf, dass sich das Konzept in anderen Ländern bereits bewährt habe.

Nach Angaben der Hamburger Polizei entstand die Idee für das Präsenzlicht innerhalb der eigenen Reihen. Junge Polizisten aus dem Vollzugsdienst hätten den Vorschlag eingebracht. Die Umrüstung der Fahrzeuge soll nun schrittweise erfolgen, beginnend mit der Landesreserve in Alsterdorf und später im gesamten Stadtgebiet.

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