Schüsse in Krakau – Deutscher verletzt

Polizei findet Tote im Haus des Täters


Aktualisiert am 08.11.2026 – 09:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Bewaffnete Polizeibeamte sichern einen abgesperrten Bereich ab Am Nachmittag fielen im Zentrum von Krakau Schüsse. (Quelle: Beata Zawrzel)

Eine Amokfahrt erschüttert die südpolnische Stadt Krakau. Mindestens sechs Menschen kommen durch Schüsse ums Leben.

Bei einer Amokfahrt im historischen Zentrum der südpolnischen Stadt Krakau sind am Samstag sechs Menschen getötet und mehr als zehn Personen verletzt worden. Unter den Todesopfern ist nach Polizeiangaben ein Brite. Die Verletzten kämen aus mehreren Ländern, darunter auch aus Deutschland. Zudem gehe es um Menschen aus Österreich, Portugal, Russland und Großbritannien, teilte ein Sprecher am späten Samstagabend mit. Bei den Todesopfern soll es sich um vier Frauen und zwei Männer handeln.

Ein 25-jähriger Pole hatte Schüsse aus einem fahrenden Auto abgegeben. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärte am Abend, im Haus des Täters seien weitere Tote gefunden worden, zwei Frauen und ein Mann. Nach Angaben polnischer Medien handelt es sich um die Eltern und die Schwester des Schützen.

Ministerpräsident: Ein Akt des Terrorismus

Bei dem Schusswaffenangriff handelt es sich nach Angaben des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk um einen Akt des „Terrorismus“. Es sei ein „grauenvolles Attentat auf das Leben der Menschen hier in Krakau“, sagte Tusk am Samstagabend in der Stadt im Süden Polens. Staatspräsident Karol Nawrocki kündigte für Sonntag und Montag eine landesweite Staatstrauer an.

Innenminister Marcin Kierwinski nannte am Samstagabend erste Details zum Motiv: Der Todesschütze sei „von rechtsextremen Ideologien fasziniert“ gewesen. Im Wagen des Täters seien viele weitere Schusswaffen gefunden worden, die wohl aus dem Haushalt der Familie stammen. Er soll allein gehandelt haben.

Gegen 15 Uhr seien erste Meldungen eingegangen, dass ein Auto auf den „Großen Ring“ (polnisch: Rynek Główny) gefahren sei, aus dem wahllos auf Menschen geschossen werde, sagte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Der Angreifer trug Klamotten im Militärstil und eine kugelsichere Weste, sagte Polizeisprecherin Katarzyna Cisło. Der Angreifer habe eine „wilde Verfolgungsjagd“ rund um den Platz veranstaltet, weshalb an mehreren Stellen Menschen verletzt worden seien, berichtet „Bild“.

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Aufruf zu Blutspenden für verletzten Polizisten

Der Marktplatz wurde evakuiert. Der Täter wurde niedergeschossen und festgenommen – unter dramatischen Umständen. Er wurde unter Polizeischutz ins Krankenhaus gebracht und dort operiert. Fotos in den sozialen Medien sollen den angeschossenen Mann zeigen. Er trägt Tarnkleidung und wird von Passanten versorgt. Kurz nach Mitternacht teilte ein Sprecher des Woiwodschaftsamtes von Małopolska der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass sich die verletzten Polizeibeamten nach der Operation in einem stabilen Zustand befänden. Der Sprecher fügte hinzu, dass sich der Schütze nach mehreren Operationen in einem „stabilen, aber sehr kritischen Zustand“ befinde.

Justizminister Waldemar Żurek dazu auf, Blut für einen Polizeibeamten zu spenden, der bei einer Schießerei in Krakau verletzt wurde. „Ich bitte alle, die helfen können, sich an die Blutspendezentren in ganz Polen zu wenden. Geben Sie bei der Blutspende bitte deutlich an, dass das Blut für Jakub Kulik bestimmt ist. Heute hat er Menschen auf dem Marktplatz in Krakau gerettet. Jetzt helfen wir ihm“, schrieb er.

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