Weiter hieß es bei der Pressekonferenz, dass der Mann in den Briefkasten eines Nachbarhauses ein Schreiben geworfen haben soll. Der Inhalt war eine Drohung in Richtung des Oktoberfests. „Ich warne davor, auf die Wiesn zu gehen, denn es könnte eine bombige Überraschung geben“, soll laut Polizei in dem Brief gestanden haben.
Die Behörden entschieden sich deshalb, das Oktoberfest am Mittwoch zu sperren. Insgesamt 30 Sprengstoffhunde suchten das komplette Gelände ab, ehe es am Nachmittag Entwarnung gab. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der bei der Pressekonferenz ebenfalls dabei war, verteidigte die Entscheidung, die Wiesn vorübergehend zu schließen. Wenn jemand schon das „eigene Elternhaus in die Luft gesprengt habe“, müsse man solche Drohungen ernst nehmen, so Herrmann.
Das Haus des Täters in Starnberg wurde im Laufe des Tages von der Polizei durchsucht. Dabei seien aber keine weiteren Hinweise gefunden worden. Der Mann war polizeilich bislang nicht bekannt. Das Einzige, was man bislang über ihn weiß: Laut Innenminister Herrmann soll der Tatverdächtige die Vaterschaft seiner Tochter angezweifelt haben. Deshalb habe er sich auch an die Behörden gewandt. Ein medizinisches Gutachten habe die Vaterschaft zwar bestätigt, der Mann habe aber argumentiert, dass das Analyse-Institut bestochen worden sei, sagte Herrmann. Das Gutachten sei nach Ansicht des Mannes falsch gewesen.
Mit diesem Thema wandte sich der 57-Jährige nach Angaben Herrmanns mit einer Petition auch an den Bayerischen Landtag und setzte sich auch mit dem Bundesjustizministerium in Verbindung. Der Landtag habe sich 2024 mit der Petition beschäftigt und diese nach Mitteilungen aus zuständigen Staatsministerien für erledigt erklärt, so der Minister. Bis heute habe der Verdächtige sich aber offenbar nicht mit der Situation abfinden wollen.
