Ihr Vater Markus Söder ist in Gesprächen immer wieder Thema. Mit t-online spricht Gloria-Sophie Burkandt zudem über ihre Generation und die Arbeitswelt.
Model in New York, Doktorandin in Cambridge, Protagonistin einer ProSieben-Doku: Gloria-Sophie Burkandt hat sich mehrere Standbeine aufgebaut, bekannt ist die gebürtige Nürnbergerin aber vor allem als älteste Tochter von Markus Söder. Im Sommer war sie in der Langzeitdoku „Born Famous – Fluch oder Segen?“ zu sehen.
Nun kommt eine Rolle dazu, die sie sich selbst erarbeitet hat: Die 27-Jährige ist jetzt auch Buchautorin. In „Generation KI – Menschlich bleiben in der neuen Welt“ schreibt sie über das Erwachsenwerden mit Künstlicher Intelligenz und richtet sich dabei ausdrücklich auch an Vorstände und Geschäftsführer. Im Gespräch mit t-online benennt Burkandt den Konflikt zwischen Jung und Alt, begründet ihre Distanz zur Politik und sagt, was ihr Vater bislang von dem Buch weiß.
t-online: Frau Burkandt, wie kam es, dass Sie ein Buch über die Generation KI geschrieben haben?
Gloria-Sophie Burkandt: Am Anfang stand gar nicht die Idee, ein Buch zu schreiben. Es waren einfach viele Gedanken, die mich beschäftigt haben, und irgendwann habe ich angefangen, sie aufzuschreiben. Ich bin viel unterwegs und lerne ständig neue Menschen und Kulturen kennen. Was mich dabei fasziniert hat: Beim Thema KI sind plötzlich alle gleich. Da gibt es keine kulturellen Unterschiede mehr. Wir wachsen alle gemeinsam in dieses Thema hinein, ohne wirklich zu wissen, wohin es führt. Was uns alle verbindet, ist die Angst vor dem Unbekannten, das Gefühl sozialer Abgrenzung und das Bewusstsein, dass wir gerade in eine ganz neue Zeit hineinrutschen.
Aus diesem Gedankenkarussell sind irgendwann, fast von selbst, 80 bis 90 Seiten geworden. Die habe ich dann an einen Verlag geschickt, eher aus dem Bauch heraus als mit einem großen Plan. Der Verlag hat genau das gesehen, was mir wichtig war: den Kern der Sache. Also habe ich weitergeschrieben, vertieft und sortiert, bis daraus schließlich 160 Seiten wurden.
In der Realitydoku „Born Famous“ ist zu sehen, dass Ihr Verlag Ihr Manuskript ablehnt und stattdessen eine Biografie vorschlägt. Was steckte dahinter?
Der Verlag wollte einfach, dass ich mehr persönliche Inhalte und Erfahrungen in das Buch einfließen lasse.
Wäre eine Biografie nicht der einfachere Weg gewesen?
Mein Vater kann vielleicht seine Biografie schreiben. Aber ich bin dafür noch zu jung. Ich bin da ganz bescheiden und weiß auch: Noch bin ich nichts. Ich habe auch kein Problem damit, das auszusprechen.