Regierung in Bayern
Plötzlicher Tod im Hotel – Aiwangers Leiche wird obduziert
Aktualisiert am 05.11.2026 – 12:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Nach dem Tod von Hubert Aiwanger untersuchen Experten der Spurensicherung nachts sein Hotelzimmer. Die Staatsanwaltschaft betont: Es geht nicht um strafrechtliche Ermittlungen. Was ist bisher bekannt?
Eine Obduktion soll nach dem unerwarteten Tod des bayerischen Vize-Regierungschefs Hubert Aiwanger in Berlin nun Klarheit über die Todesursache bringen. Ob das Ergebnis bereits am Donnerstag vorliegen werde, sei aber unklar, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt.
Der 55 Jahre alte Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler war am Mittwoch leblos in einem Hotel in Berlin-Mitte gefunden worden, nachdem er tagsüber wegen gesundheitlicher Probleme nicht bei der Eröffnung eines Hauptstadtbüros seiner Partei eine Rede halten konnte.
Der plötzliche Tod des streitbaren Politikers löste über alle Parteigrenzen und über den Freistaat hinaus Bestürzung und Fassungslosigkeit aus.

Im Prinz-Carl-Palais in München soll von Freitag an ein Kondolenzbuch ausliegen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ordnete Trauerbeflaggung an staatlichen Dienstgebäuden in Bayern an.
Der Niederbayer Aiwanger hinterlässt seine Partnerin Tanja Schweiger (Freie Wähler). Mit der Landrätin des Landkreises Regensburg hat er zwei Kinder.
Spurensicherung noch nachts im Hotel
Die Berliner Staatsanwaltschaft und die Polizei führen seit Mittwoch ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren, um die Todesursache zu klären. Es handele sich nicht um strafrechtliche Ermittlungen, betonte die Staatsanwaltschaft seit Mittwochabend.
Daraus kann man schlussfolgern, dass zunächst keine Hinweise auf ein Verbrechen bei der Polizei vorlagen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu aber nicht konkret äußern, sondern verwies auf die laufenden Untersuchungen.
Eine Mordkommission des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) war nach dem Fund der Leiche mit Experten der Spurensicherung in dem Hotel unterwegs, die Gerichtsmedizin wurde gerufen. Die Mordkommission ermittelte allerdings wegen der Bedeutung des Falls – und um ein mögliches Fremdverschulden auszuschließen.

Wer fand den Minister?
Wer Aiwanger gefunden hat, ist derzeit nicht öffentlich bekannt. Der Wirtschaftsminister des Freistaats war in Berlin unter anderem von Beamten des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) begleitet worden, wie ein LKA-Sprecher mitteilte. Zur Auffindesituation Aiwangers konnte der Sprecher allerdings nichts sagen.
Der 55-Jährige war nach der Absage seines Termins später nicht mehr erreichbar gewesen und schließlich am Abend leblos in seinem Zimmer im Hotel Neuer Fritz in der Nähe vom Bahnhof Friedrichstraße entdeckt worden.
„Die konkrete Auffindesituation kann aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht preisgegeben werden“, hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Abend gesagt.