Champions League
Pleite am Polarkreis: Auch der BVB patzt in Norwegen
Aktualisiert am 14.10.2026 – 23:27 UhrLesedauer: 3 Min.
Der FC Bayern holte am Dienstag nur ein 3:3 in Stavanger. Der BVB hätte sich tags darauf über ein solches Ergebnis gefreut. Am Polarkreis setzte es eine Pleite.
Borussia Dortmund hat den Gastauftritt beim FK Bodø/Glimt verpatzt. In der Champions League verlor der BVB mit 0:1, zeigte dabei über weite Strecken eine enttäuschende Leistung. Die Schlussoffensive blieb ohne Erfolg, sodass das Team von Trainer Niko Kovač die Heimreise vom Klub in der Nähe des Polarkreises ohne Punkte antreten muss. „Kunstrasen und das Stadion sind keine Ausreden. Die Intensität hat gefehlt“, klagte Abwehrspieler Waldemar Anton im Dazn-Interview. „Das ist einfach nicht genug. In der Champions League musst du eiskalt sein, das war ein Problem.“
Das entscheidende Tor erzielte Außenverteidiger Fredrik Sjövold kurz nach der Pause (52. Minute). Ihre strapaziöse Serie von drei Auswärtsspielen in sieben Tagen mit 11.000 Flugkilometern setzen die Dortmunder am Samstag in der Bundesliga bei Union Berlin fort.
So lief das Spiel
Trainer Niko Kovač, mit neuem Vertrag bis 2029 in der Tasche, wechselte im 8.000-Plätze-Kistchen fünfmal in seiner Startelf – ausnahmsweise nicht nur aus taktischen Erwägungen: „Wir glauben, dass sich kleinere Spieler auf diesem Boden besser zurechtfinden“, sagte er. Das sprach in der Offensive unter anderem für Konstantinos Karetsas, den Königsklassen-Debütanten Samuele Inácio und Fábio Silva. Doch sie taten sich allesamt sehr, sehr schwer – wie auch ihre Teamkollegen ausnahmslos.
Nico Schlotterbeck (1,91 m) hatte Kovač gleich zu Hause gelassen, weil sich dessen Sprunggelenksprobleme möglicherweise verschlimmert hätten. „Das wird kein großer Spaß in Bodø“, vermutete Sportgeschäftsführer Lars Ricken richtig – das TV-Studium des 3:3 des FC Bayern bei Viking Stavanger war eine Zusatzwarnung.
Die Dortmunder begannen halbwegs engagiert, dennoch zeigte Bodø früh, warum es in der vergangenen Saison Manchester City und Inter Mailand geschlagen hatte. Sondre Brunstad Fet (19.) schoss hauchdünn am BVB-Tor vorbei, Ole Didrik Blomberg (27.) verpasste eine Hereingabe des früheren Frankfurters Jens Petter Hauge um Zentimeter. Den Dortmundern fehlte Ruhe im Aufbau, immer wieder holte sich Bodø den Ball schnell zurück. Gefährliche Abschlüsse des BVB gab es vor der Pause nicht – Silva stand bei seinem Kopfball im Abseits (41.).
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Kovač erhoffte sich mehr Struktur, in den ersten 48 Sekunden der zweiten Halbzeit allerdings hatte Andreas Helmersen schon wieder zwei dicke Chancen. Seinen Schuss parierte BVB-Torhüter Gregor Kobel zur Ecke, der folgende Kopfball ging knapp übers Tor. Auch Hauge (48.) und Blomberg (49.) waren gleich wieder brandgefährlich. Der BVB wankte, Kovač gestikulierte hektisch an der Seitenlinie – vergeblich: Sjövold traf zur hochverdienten Führung.
