Bremer Stadtgeschichte

Museum zeigt Vergangenheit mit Tausenden Playmobil-Figuren

18.09.2026 – 16:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Bremer Stadtmusikanten: Von den Teilen in der Ausstellung kann man nichts 1:1 kaufen. (Quelle: Sina Schuldt/dpa/dpa-bilder)

5.000 Figuren, 25.000 Einzelteile – das Focke-Museum in Bremen setzt auf ungewöhnliches Material. Ein Hamburger Künstler hat daraus 18 historische Szenenbilder gebaut.

Das Focke-Museum in Bremen erzählt die Geschichte der Hansestadt mit 5.000 Playmobilfiguren und 25.000 Einzelteilen. Der Hamburger Künstler Oliver Schaffer baute dafür 18 Szenenbilder, sogenannte Dioramen, die von der Altsteinzeit bis zur modernen Luft- und Raumfahrt reichen. Die Sonderausstellung läuft bis Dezember 2027.

Die Schau trägt den Titel „Playmobil – Stadtgeschichte(n)“ und ist im Haus Riensberg sowie im Eichenhof zu sehen. Das Haupthaus des Museums bleibt wegen Umbauarbeiten geschlossen, weshalb die reguläre Ausstellung zur Bremer Stadtgeschichte derzeit nicht zugänglich ist.

Diorama Artist Oliver Schaffer in seiner Playmobil-Ausstellung im Focke-Museum. (Quelle: Sina Schuldt/dpa/dpa-bilder)

Keine fertigen Playmobil-Sets

Schaffer veränderte viele Figuren und Teile, um die Szenenbilder möglichst wirkungsvoll zu gestalten. „Ich zeige keine fertigen Sets“, betont der Szenograf. „Fast nichts, was gezeigt wird, kann man 1:1 kaufen.“ Die Bremer Stadtmusikanten etwa besprühte er mit Acrylfarbe, setzte Hahn, Katze, Hund und Esel übereinander und stellte sie auf einen Sockel.

In einem der Szenenbilder stehen die Stadtmusikanten direkt neben dem historischen Bremer Rathaus, während gleichzeitig die Meisterfeier von Werder Bremen aus dem Jahr 2004 dargestellt wird. Auch der ehemalige Torschützenkönig Aílton ist dabei. Für die grün-weißen Werderfahnen verwendete Schaffer Piratenfahnen, das Rathaus entstand aus einer Ritterburg und einem griechischen Tempel.

Ein Diorama stellt die Auswanderung von Millionen Menschen über Bremerhaven im 19. und 20. Jahrhundert dar. (Quelle: Sina Schuldt/dpa/dpa-bilder)

Für die Darstellung der Massenauswanderung über Bremerhaven im 19. und 20. Jahrhundert baute er ein Kreuzfahrtschiff um. Das Zollhaus ist in Wirklichkeit die Ghostbuster-Zentrale des Spielzeugherstellers. Nur für das vergoldete Relief am Eingang der historischen Böttcherstraße kam ein 3D-Drucker zum Einsatz.

Schaffer sagte: „Es ist keine Modellbauausstellung. Man muss auch seiner Fantasie freien Lauf lassen. Manche Erwachsene haben das verlernt, Kinder können das ganz gut.“ Für Schaffer ist die Bremer Ausstellung die 91. ihrer Art.

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