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Finanzen

Pflegeheime in Not: Rechnungen bleiben monatelang unbezahlt

wochentlich.deBy wochentlich.de28 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Pflegeheime in Not: Rechnungen bleiben monatelang unbezahlt
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Sozialhilfe

Pflegeheime in Not: Rechnungen bleiben lange unbezahlt


28.05.2026 – 14:49 UhrLesedauer: 2 Min.

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Die Betreiber von Pflegeheimen müssen häufig die Kosten vorstrecken, wenn ihre Bewohner auf Sozialhilfe angewiesen sind. (Quelle: IMAGO/Ute Grabowsky/photothek.de/imago)

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Viele Pflegebedürftige im Heim sind auf Sozialhilfe angewiesen, weil sie die Kosten allein nicht stemmen können. Bei deren Bewilligung lassen sich die Ämter jedoch Zeit.

Die Eigenanteile in der Pflege steigen – im Bundesdurchschnitt müssen Pflegebedürftige derzeit 3.245 Euro aus eigener Tasche für ihre Unterbringung im Pflegeheim zahlen. Viele Menschen können diese Beträge finanziell nicht stemmen und sind auf Sozialhilfe (Hilfe zur Pflege) angewiesen. Das wird allerdings nicht nur für die Heimbewohner zum Problem, sondern auch für die Heimbetreiber.

So machen derzeit der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) und der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) darauf aufmerksam, dass viele Anträge auf Sozialhilfe von den Ämtern monatelang nicht entschieden werden. Die Kosten für die Betreuung der Heimbewohner laufen aber weiter und müssen von den Heimbetreibern vorgestreckt werden. „Verzögerte Kostenübernahmen bringen Pflegeheime teils in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten“, mahnen die Verbände.

41 Prozent auf Hilfe angewiesen

VKAD und DEVAP betreuen in 517 Einrichtungen derzeit 42.890 Bewohner. Von diesen sind derzeit 17.462 Menschen auf Hilfe zur Pflege angewiesen – das entspricht 41 Prozent der Bewohner.

Bei knapp einem Drittel (31 Prozent) der auf Sozialhilfe angewiesenen Bewohner bestehen derzeit jedoch Außenstände gegenüber den Heimbetreibern. Teils schon seit langer Zeit: Bei knapp einem Viertel (24 Prozent) ist der Antrag auf Sozialhilfe auch nach sechs bis zwölf Monaten noch nicht entschieden. Bei weiteren zwölf Prozent dauert das Antragsverfahren sogar länger als ein Jahr.

  • Hilfe zur Pflege: „Pflege daheim: Hunderttausende verzichten auf Geld vom Staat“
  • Pflegeheimkosten: „Eigenanteile steigen – so teuer ist ein Platz im Pflegeheim“

Bei den Pflegeheimbetreibern summieren sich derweil die Außenstände. So berichtet knapp jede zweite betroffene Einrichtung von Außenständen von über 50.000 Euro. Knapp ein Drittel (29 Prozent) sieht durch die unbezahlten Rechnungen mittlerweile die eigene Liquidität gefährdet.

„Pflegeheime dürfen nicht zur unfreiwilligen Bank des Sozialstaats werden. Sie zahlen Gehälter, Lebensmittel, Energie und Mieten sofort, warten aber oft monatelang auf die Entscheidung und Zahlung der Sozialhilfeträger“, sagt VKAD-Geschäftsführer Andreas Wedeking.

Anstehende Reform könnte Problem verschärfen

Das Problem könnte sich nach Auffassung der Verbände durch die anstehende Pflegereform noch zuspitzen. Vor allem die Reform der sogenannten Leistungszuschläge bereitet den beiden Verbänden Sorge.

Bislang zahlen die Pflegekassen Zuschläge zu den Pflegekosten: Je länger die Verweildauer im Pflegeheim ist, desto höher der Zuschlag. Nun plant Bundesgesundheitsministerin Nina Warken Medienberichten zufolge jedoch, die Leistungszuschläge für Heimbewohner später greifen zu lassen als bisher. Statt wie bisher nach 12 soll sich der Zuschlag jeweils erst nach 18 Monaten erhöhen.

Verweildauer im Pflegeheim Leistungszuschlag
bis einschließlich 12 Monate 15 % des zu zahlenden einrichtungseinheitlichen Eigenanteils (EEE)
mehr als 12 Monate 30 % des zu zahlenden EEE
mehr als 24 Monate 50 % des zu zahlenden EEE
mehr als 36 Monate 75 % des zu zahlenden EEE
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