Dazu soll in Berlin-Neukölln über Themen wie „Grüne Entbürokratisierung“, „Wohlstand ohne Wachstum?“, „Was hält uns zusammen?“ oder „Unternehmen mit Verantwortung“ diskutiert werden – mit Gästen, die ein Spektrum von der bürgerlichen Mitte bis links abbilden. Die Botschaft lautet: Seht her, wir sprechen über die wichtigen Themen in unserem Land. Und wir sind bereit, uns zu bewegen, Kompromisse zu machen.

Banaszak: Austragungsort gesellschaftlicher Debatte

Fraglich ist, wie sehr es bei der Konferenz überhaupt darum geht, die Partei inhaltlich neu aufzustellen und mit den Mitgliedern nachhaltig über das Treffen hinaus in den Austausch oder gar Konflikt über einzelne Positionen zu gehen. Denn wie und ob die Ergebnisse am Ende in Parteipositionen umgewandelt werden, ist noch offen. Brantner und Banaszak scheinen vor allem ein bewusstes Zeichen nach Außen setzen zu wollen.

Brantner formuliert eine wenig bescheidene Ambition für die Veranstaltung, die das verdeutlicht. Die Partei wolle mit dem „Impuls-Forum“ eine „demokratische Erneuerungsbewegung anstoßen, die in Zeiten tiefgreifender Umbrüche Hoffnung gibt und Menschen ermutigt, sich einzumischen“, sagt sie und macht damit klar, dass das Forum weit über die Partei hinaus strahlen soll.

Auch Co-Parteichef Felix Banaszak betont: „Das ist kein Parteitag mit anderen Möbeln. Wir wollen keine Thesenpapiere formulieren oder Beschlüsse fassen.“ Es gehe nicht um Selbstvergewisserung. Stattdessen wolle man „mit völlig neuen Formaten“ Denkanstöße geben, Fragen stellen und Impulse setzen.

„Wir wollen Austragungsort gesellschaftlicher Debatte sein und diese riesige Lücke, die die Bundesregierung hinterlässt, mit Inhalten füllen“, sagt Banaszak ähnlich ambitioniert wie Brantner. Für beide ist das Projekt eine Gratwanderung zwischen gesundem Ehrgeiz und der Gefahr, den eigenen Einfluss und den der Partei in der aktuellen Lage zu überschätzen.

Sowohl Banaszak als auch Brantner wollen während der Konferenz eine Rede halten. Beide haben sich vorgenommen, damit den Ton für die kommenden Monate zu setzen. Es geht nicht nur darum, ihre Rollen innerhalb der Partei zu festigen, sondern sie wollen sich zugleich angesichts der Krise im Land als klare Alternative zur Regierung positionieren. Das „Impuls-Forum“ dient dafür auch ein Stück weit als Kulisse. Ob die Bühne in Berlin-Neukölln dafür am Ende groß genug sein wird, ist allerdings ungewiss.

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