Wichtige Änderungen für Patienten in Europa
EMA empfiehlt sechs neue Medikamente zur Zulassung
28.06.2026 – 15:52 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat neue Arzneimittel unter anderem zur Therapie von Diabetes, Parkinson und Grippe zur Zulassung empfohlen. Jetzt muss noch die EU-Kommission entscheiden.
Patienten in Europa könnten bald von mehreren neuen Medikamenten profitieren. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat auf seiner Juni-Sitzung sechs Arzneimittel zur Zulassung empfohlen. Die endgültige Entscheidung trifft nun die Europäische Kommission, die den Empfehlungen des Ausschusses in der Regel folgt.
Zu den wichtigsten Empfehlungen gehören neue Therapien gegen Typ-2-Diabetes, Morbus Parkinson und ein neuer Grippeimpfstoff für ältere Menschen. Außerdem sprach sich der Ausschuss für zwei sogenannte Biosimilars – also Nachahmerpräparate biologischer Arzneimittel – sowie nach erneuter Prüfung für ein Medikament gegen das seltene Rett-Syndrom aus.
Neuer Grippeimpfstoff für Menschen ab 50 Jahren
Die EMA empfiehlt die Zulassung von Aujemflu, einem Impfstoff zum Schutz vor saisonaler Influenza. Er richtet sich an Erwachsene ab 50 Jahren.
Der Impfstoff schützt gegen drei aktuell relevante Grippevirus-Stämme. In Studien löste er eine vergleichbare Immunantwort aus wie bereits zugelassene Grippeimpfstoffe. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehörten Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopfschmerzen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen.
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Hoffnung für Menschen mit Parkinson
Auch für Patienten mit Morbus Parkinson gibt es eine positive Nachricht. Die EMA empfiehlt die Zulassung von Hopledo, einer neuen Kombination aus den Wirkstoffen Levodopa und Carbidopa.
Levodopa gilt als wichtigster Wirkstoff zur Behandlung von Bewegungsstörungen wie verlangsamte Bewegung und Steifigkeit, die im Zuge der Parkinson-Krankheit auftreten. Carbidopa sorgt dafür, dass mehr Levodopa das Gehirn erreicht und dort wirken kann. Das neue Präparat gibt den Wirkstoff teilweise sofort und teilweise verzögert frei. Dadurch sollen die Wirkstoffspiegel über längere Zeit stabil bleiben.
Gedacht ist das Medikament für Erwachsene, deren Bewegungsstörungen trotz der bisherigen Behandlung mit Levodopa nicht ausreichend kontrolliert werden können. In Studien verbesserte Hopledo die Kontrolle sogenannter motorischer Fluktuationen. Damit bezeichnen Ärzte Schwankungen der Beweglichkeit, die bei Parkinson im Verlauf der Erkrankung häufig auftreten.
Wöchentliches Insulin bei Typ-2-Diabetes
Mit Onswik empfiehlt der CHMP außerdem ein neues Basalinsulin für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes. Es wäre das zweite in Deutschland erhältliche Wocheninsulin. Der enthaltene Wirkstoff Insulin Efsitora alfa muss nur einmal pro Woche gespritzt werden. Bisher müssen viele langwirksame Basalinsuline trotzdem noch täglich angewendet werden. Basalinsuline decken den Grundbedarf des Körpers an Insulin über den gesamten Tag ab.
In mehreren Phase-III-Studien senkte das neue Insulin den Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) ähnlich gut wie täglich verabreichte Basalinsuline. Die häufigste Nebenwirkung war eine Unterzuckerung (Hypoglykämie).
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