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Gesundheit

Ozempic reduziert Alkoholrausch: Studie enthüllt überraschenden Effekt

wochentlich.deBy wochentlich.de19 Oktober 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Ozempic reduziert Alkoholrausch: Studie enthüllt überraschenden Effekt
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Forscher überrascht

Weniger betrunken mit Ozempic: Was hinter dem Effekt steckt


19.10.2025 – 09:43 UhrLesedauer: 2 Min.

imago images 0819770617Vergrößern des Bildes

Ozempic-Spritze: Laut Forschern könnte das Medikament möglicherweise auch gegen Alkoholsucht helfen. (Quelle: BREUEL-BILD/imago-images-bilder)

Wer das Diabetes- und Abnehmmittel Ozempic einnimmt, trinkt oft weniger Alkohol und fühlt sich seltener betrunken. Eine neue Studie zeigt, woran das liegen könnte.

Mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in den USA trinkt regelmäßig Alkohol, etwa jeder Zehnte gilt als abhängig. Auch in Deutschland sind die Zahlen ähnlich alarmierend. Umso überraschender ist ein Effekt, den viele Nutzer der beliebten GLP-1-Medikamente wie Semaglutid oder Tirzepatid (Wirkstoffe der Abnehmspritze) beschreiben: Sie trinken weniger oder verspüren kaum noch das Verlangen danach.

Ein Forschungsteam des Fralin Biomedical Research Institute in Virginia hat diesen Zusammenhang jetzt genauer untersucht. In einem Pilotversuch beobachteten sie 20 adipöse Personen mit einem Body-Mass-Index über 30. Die Hälfte davon nahm GLP-1-Agonisten ein, die andere Hälfte nicht.

Alle Teilnehmer bekamen dieselbe Menge Alkohol – ein Getränk, das den Promillewert auf rund 0,8 anheben sollte. Während der nächsten Stunde maßen die Forscher regelmäßig den Atemalkoholgehalt und befragten die Teilnehmer: Wie betrunken fühlen Sie sich gerade?

Das Ergebnis: Wer die Abnehmmedikamente einnahm, fühlte sich deutlich später betrunken. Auch der Anstieg des Blutalkoholspiegels verlief bei ihnen langsamer. „Schnell wirkende Drogen haben ein höheres Abhängigkeitspotenzial“, erklärt Studienleiterin Alex DiFeliceantonio. „Wenn GLP-1s den Alkohol langsamer ins Blut bringen, könnten sie helfen, das Verlangen zu senken.“

Der Grund für die verzögerte Wirkung ist offenbar rein körperlich: GLP-1-Agonisten verlangsamen die Magenentleerung. Dadurch gelangt der Alkohol später in den Dünndarm und wird langsamer vom Körper aufgenommen. Das bremst nicht nur die Wirkung, sondern verändert auch das Belohnungssystem im Gehirn.

Auch der Heißhunger-Effekt, den Alkohol sonst oft auslöst, blieb in der GLP-1-Gruppe aus. Das allgemeine Verlangen nach Alkohol, das sogenannte „Craving“, war von Beginn an niedriger und stieg beim Trinken nur geringfügig an.

Bereits frühere Studien hatten gezeigt, dass Abnehmspritzen das Suchtverhalten beeinflussen können, vor allem durch ihre Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Die neue Untersuchung liefert nun zusätzlich eine rein physiologische Erklärung.

„Andere Medikamente gegen Alkoholsucht greifen direkt im Gehirn an“, sagt DiFeliceantonio. „Unsere Daten zeigen, dass GLP-1-Agonisten auch durch die Verlangsamung der Alkoholaufnahme wirken könnten.“

Die Studie war klein, aber dennoch aussagekräftig. Sie liefert erste Hinweise darauf, dass sich diese Medikamente künftig auch zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit eignen könnten – ganz ohne neue Wirkstoffe, sondern mit Mitteln, die bereits zugelassen sind.

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