Nach Eklat um Video
Schwere Vorwürfe: Olympiasieger äußert sich
14.11.2025Lesedauer: 2 Min.
Ein Clip erregte Aufsehen und rief scharfe Kritik hervor. Nun hat Springreiter Christian Kukuk reagiert – und gibt Fehler zu.
Nach einem umstrittenen Trainingseinsatz mit Schlaufzügeln hat sich Springreiter Christian Kukuk öffentlich geäußert und ein Fehlverhalten eingeräumt. Der Olympiasieger bedauerte die Situation und nahm die Verantwortung auf sich.
„Ich habe das verstanden und sehe das auch total ein“, sagte Kukuk vor seinem ersten Start beim Turnier in Stuttgart. „Es tut mir außerordentlich leid, dass ich die Menschen, unseren Sport und auch mich persönlich in diese Situation gebracht habe und einige enttäuscht habe.“
Auslöser war ein Video vom Weltcup-Turnier in Verona, das Kukuk beim Training mit seiner Stute Just be Gentle zeigt. Darin ist zu sehen, wie er ausschließlich mit Schlaufzügeln reitet – ein Vorgehen, das in Deutschland unzulässig ist. Darauf wies der nationale Verband FN hin. Die Offiziellen des Weltverbands FEI hatten vor Ort nicht reagiert.
Schlaufzügel gehören zu den sogenannten Hilfszügeln. Sie werden zusätzlich zu den regulären Zügeln am Gebiss befestigt, verlaufen durch die Gebissringe und liegen in der Hand des Reiters.
Kukuk schilderte, dass seine Stute während des Trainings sehr angespannt gewesen sei. „Es war eine herausfordernde Situation für mich“, erklärte er. „Diese 30 Sekunden spiegeln aber überhaupt nicht wider, was in diesen 45 Minuten, in denen ich mit dem Pferd gearbeitet habe, gewesen ist. Mein Bauchgefühl hat leider mein Kopfgefühl überstimmt. Für mich war es die beste Herangehensweise, um die Anspannung aus ihr herauszukriegen.“ Im Nachhinein bewertete er diese Entscheidung als falsch.
Er sei sich bewusst, dass sein Verhalten nicht mit seiner Vorbildrolle vereinbar gewesen sei: „Das lässt mich in meiner Vorbildrolle sehr schlecht aussehen, da gibt es keine zwei Meinungen.“ Nach dem Vorfall hatte Kukuk in Verona noch den dritten Platz belegt. Die Stute habe damit gezeigt, dass sie ihm „das am Ende verziehen hat, was dargestellt wurde“.
Neben klaren Regeln sei auch das Einfühlungsvermögen entscheidend, betonte Kukuk: „Ganz am Ende kommt es aber auch auf das Gefühl und das Einfühlungsvermögen an – das geht nicht mit Regeln.“ Für ihn persönlich sei nun entscheidend, künftig einen anderen Weg im Umgang mit solchen Situationen zu finden.
Der Vorfall hatte in den sozialen Netzwerken starke Reaktionen ausgelöst. Kukuk sprach von großer Belastung: „Ich finde es auch gefährlich, eine Beziehung zwischen zwei Lebewesen auf 30 Sekunden zu reduzieren. In gewisser Art und Weise wird einem dann eine Zielscheibe aufgesetzt, man wird gebrandmarkt – und damit muss ich jetzt leben.“ Die Reaktionen hätten ihn überrascht: Die Mitteilungen seien „erschreckend“ gewesen.
Rückendeckung erhielt Kukuk von Bundestrainer Otto Becker. „Einerseits ist es so, dass ich normalerweise mit darauf achte, dass solche Sachen nicht passieren. Andererseits geht es auch darum, dass ich mich vor meine Reiter stelle – und Christian hat es gesagt, Fehler können passieren, wir versuchen sie zu vermeiden. Es ist nicht selbstverständlich, dass er sich gestellt hat – Respekt.“
