Erling Haaland und Norwegen

Er braucht nur wenige Momente


23.06.2026 – 07:53 UhrLesedauer: 5 Min.

Erling Haaland: Der Norweger traf auch gegen Senegal doppelt. (Quelle: Tom Weller/dpa)

Norwegens Trainer Ståle Solbakken hat seine Mannschaft auf ihren Starstürmer Erling Haaland ausgerichtet. Das verspricht Spektakel, aber noch keinen Erfolg.

David Schafbuch berichtet aus East Rutherford, New Jersey

Es gab Phasen, da war Erling Haaland auf dem Spielfeld nahezu unsichtbar – und sie waren nicht gerade selten. Da lief der Ball an ihm vorbei, dann ließ er einen Zweikampf aus, obwohl der Gegenspieler nur wenige Meter entfernt war. Häufig beschränkte sich der Norweger dann darauf, seine Arme auszubreiten und das Gesicht zu verziehen.

Es wirkte so, als wolle er mit seiner Gestik seine Teamkollegen fragen: Was zur Hölle macht ihr eigentlich gerade?

Im Video | Trainer rennt plötzlich auf die Tribüne

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Quelle: MagentaTV

Es sind Szenen, die keine Mannschaft und kein Trainer einem Einzelspieler lange durchgehen lassen. Doch dann gibt es diese Momente, die zeigen, warum Erling Haaland sich dieses Verhalten eben doch erlauben kann. Am Montagabend, im Stadion New York/New Jersey, brauchte er bei der WM-Partie gegen Senegal nicht viele davon.

Es war die Nachspielzeit in der ersten Halbzeit. Da sprintete der 25-Jährige plötzlich wie wild auf Senegals Torwart Edouard Mendy zu. Prompt vertändelte dieser kurz vor seinem Tor den Ball, während Haaland wohl vor seinem geistigen Auge schon seinen ersten Treffer sah. Am Ende traf der Norweger den Pfosten. Später wird er trotzdem zwei Tore erzielt haben – genauso wie schon in Norwegens erstem Gruppenspiel gegen den Irak.

Eine Mannschaft um den Superstar

Im Spiel gegen Senegal stellte die norwegische Mannschaft unter Beweis, dass sie mit Haaland wohl für jedes Team bei der Fußball-Weltmeisterschaft ein unangenehmer Gegner sein kann. Mit Erling Haaland besitzen sie einen Mittelstürmer, der in wenigen Aktionen jede Abwehr der Welt aushebeln kann.

Nationaltrainer Ståle Solbakken hat um den Spieler von Manchester City eine Mannschaft gebaut, die über ihren Topstürmer möglichst schnell zum Torerfolg kommen möchte. Das verspricht Spektakel. Allerdings zeigte das Spiel gegen Senegal auch, warum Norwegens Mannschaft nicht allerhöchsten Ansprüchen genügt: Denn während die Offensive für besondere Momente sorgen kann, offenbarte die Defensive erneut große Schwächen.

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Vor dem Spiel hatte es aber abseits des Platzes ganz andere Herausforderungen gegeben: Der nationale Wetterdienst der USA hatte im Vorfeld des Spiels für New York und das Gebiet rund um das Stadion eine Hochwasserwarnung bis zum späten Abend ausgegeben. Rund vier Stunden vor Anpfiff sahen sich die Behörden veranlasst, eine Katastrophenwarnung an alle Handys rund um das Stadion zu schicken.

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