„Möglichkeit, das Gehirn zu kartieren“
Nobelpreis für Medizin geht auch an zwei Deutsche
Aktualisiert am 05.10.2026 – 12:23 UhrLesedauer: 1 Min.
In dieser Woche werden in Stockholm und Oslo die Nobelpreisträger verkündet. Die Auszeichnung im Bereich Medizin geht auch nach Deutschland.
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Forscher Karl Deisseroth. Ausgezeichnet werden ihre Entdeckungen im Bereich der Optogenetik, wie das Karolinska-Institut in Stockholm mitteilte.
Hegemann forscht an der Humboldt-Universität zu Berlin, Nagel an der Universität Würzburg. Beide erhalten nun jeweils ein Drittel des Preisgeldes von umgerechnet rund einer Million Euro.
Optogenetik ist eine Methode, mit der sich Zellen – meist Neuronen – mithilfe von Licht präzise an- oder abschalten lassen. Sie kombiniert genetische und optische Techniken, um in lebendem Gewebe und sogar in frei beweglichen Tieren gezielt zelluläre Aktivität zu steuern.

Nobelpreis wird im Dezember verliehen
Wie das Karolinska-Institut in Stockholm in einer Pressemitteilung schreibt, ist es mit der Methode der drei Wissenschaftler möglich, nachzuvollziehen, wie „Nervenzellen in einem lebenden Gehirn Erinnerungen, Emotionen und Verhaltensweisen formen“.
Per Svenningsson, der Vorsitzende des Nobelkomitees für Physiologie oder Medizin, sagte: „Die Optogenetik hat uns Möglichkeiten gegeben, das Gehirn auf eine Weise zu kartieren, von der wir vorher nur träumen konnten.“
Im vergangenen Jahr ging der Nobelpreis für Medizin an Mary Brunkow, Fred Ramsdell (beide USA) und Shimon Sakaguchi (Japan). Sie wurden für ihre Entdeckungen zur sogenannten peripheren Immuntoleranz ausgezeichnet – ein Mechanismus, der verhindert, dass das Immunsystem dem Körper schadet.

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Die feierliche Übergabe aller Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel (1833–1896).