Kommunalwahl in Niedersachsen
Niedersachsen hat gewählt – Hochrechnung sieht CDU vorn
Aktualisiert am 13.09.2026 – 22:33 UhrLesedauer: 4 Min.
Selten werden Kommunalwahlen in Berlin so genau verfolgt wie nun in Niedersachsen. Wie ist der Trend für CDU, SPD, AfD und Grüne nach dem Paukenschlag in Sachsen-Anhalt?
Inmitten der Debatten um Bundeskanzler Friedrich Merz wird die CDU einer Hochrechnung zufolge bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen landesweit stärkste Kraft. Eine vom NDR am Abend veröffentlichte Hochrechnung von Infratest dimap sah die Union mit 27,7 Prozenten vor der SPD mit 24,5 Prozent und der AfD, die demnach deutlich auf 16,5 Prozent zulegen könnte.
Landesweit kommen die Grünen (13,6 Prozent) der Hochrechnung zufolge auf Rang vier, es folgen die Linke (5,9) und die FDP (3,6). Das vorläufige Endergebnis wird erst am Montagfrüh erwartet.
Lechner sieht sehr gute Chance für CDU, stärkste Kraft zu werden
CDU-Landeschef Sebastian Lechner zeigte sich bereits Stunden vor der Hochrechnung optimistisch, dass seine Partei am Ende landesweit vorn liegen wird. Er sei überzeugt, dass sich die Landes-CDU vom Bundestrend absetzen könne und auch wieder eine sehr gute Chance habe, stärkste Kraft in Niedersachsen zu werden.
„Sie wissen ja, dass diese Kommunalwahl nicht gerade unter einfachen Umständen stattgefunden hat. Auch wir haben den Unmut über Berlin gemerkt“, sagte Lechner. Er attestierte seiner Union ein „Glaubwürdigkeitsproblem“, das es in den nächsten Wochen in Ruhe zu besprechen gelte.
Als eine der ersten Entscheidungen stand kurz vor 20.00 Uhr fest, dass das Rathaus in der VW-Stadt Wolfsburg in CDU-Hand bleibt: Bei der Oberbürgermeister-Wahl holte Amtsinhaber Dennis Weilmann (CDU) mit 50,1 Prozent knapp die absolute Mehrheit. In Wilhelmshaven setzte sich die parteilose Eva Maria Haarmann durch. Mit gut 55 Prozent der Stimmen zieht sie als erste Oberbürgermeisterin ins Rathaus ein.
In Hannover liegt OB Onay vorn
In der Landeshauptstadt Hannover deutete sich früh an, dass es in zwei Wochen zu einer Stichwahl kommen wird. Nach Auszählung von mehr als drei Vierteln der Stimmen lag der amtierende Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) deutlich vor seinem SPD-Herausforderer Axel von der Ohe. CDU-Kandidat Peter Karst räumte früh seine Niederlage ein. „Mit Blick auf die Tafel hier ist die Wahl in Hannover aus meiner Sicht gelaufen“, sagte Karst.
Höhere Wahlbeteiligung zeichnet sich ab
Bis zum Nachmittag hatten von der Nordseeküste bis zum Harz mehr Menschen ihre Stimme abgegeben als vor fünf Jahren: Eine Wahlbeteiligung von 50,67 Prozent nannte die Wahlleitung um 16.30 Uhr. Rund 6,3 Millionen Menschen waren aufgerufen, in den Landkreisen, Städten und Gemeinden ihre Kommunalvertretungen zu wählen, außerdem wurden Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte gewählt.
