Während Barbara Salesch mit einem neuen Primetime-Film ihrer Gerichtsshow im Gespräch ist, legt RTL die Folgen eines Kollegen neu auf – mittels KI. Ein No-Go für Salesch.

RTL setzt bei seinem Programm jetzt vermehrt auf Künstliche Intelligenz. Anfang September zeigte der Kölner Sender fünf neue Folgen von „Ulrich Wetzel – Das Strafgericht“. Für diese habe man „bestehende Geschichten mithilfe von KI dramaturgisch weiterentwickelt“.

An diesem Mittwoch, dem 23. September, zeigt RTL unterdessen einen neuen Gerichtsfilm mit Barbara Salesch. Der Fall „Freier Fall in den Tod“ läuft um 20.15 Uhr. Vorab spricht die TV-Richterin mit t-online über ihre Gedanken zu KI in ihren eigenen TV-Shows, über eine Verletzung und wie diese in den Filmdreh eingebaut wurde sowie über eine Zeit, in der sie kaum noch hinausgehen konnte.

t-online: Frau Salesch, Ihr Kollege Ulrich Wetzel ist Teil eines KI-Projekts bei RTL, bei dem alte Gerichtsfälle mithilfe Künstlicher Intelligenz neu bearbeitet werden. Wäre das auch etwas für Sie?

Barbara Salesch: Definitiv nicht. Ich sage das, was ich sage. Nie im Leben erlaube ich, dass mir stattdessen irgendjemand irgendetwas in den Mund legt, was ich nicht gesagt habe. Und der es dann technisch auch noch so aussehen lässt, als habe ich das gesagt. Das ist einfach unecht.

  • TV-Premiere: RTL zeigt erste Gerichtsshow mit KI

Wo verläuft für Sie die Grenze beim Einsatz von KI im Fernsehen?

KI ist längst im Leben angekommen, aber mehr auf der technischen Seite. Im technischen Bereich habe ich gar nichts dagegen. Aber wenn Menschen als Hüllen benutzt werden, dann bin ich raus. Sie können sich darauf verlassen, dass ich das, was ich sage, auch gesagt habe. Ob es immer passt, ist etwas anderes.

Könnte KI irgendwann sogar eine Richterin in einer echten Verhandlung ersetzen?

Ich wünsche uns allen, dass dies nie geschieht.

Sie legen großen Wert darauf, vor der Kamera Sie selbst zu bleiben. Begreifen Sie sich dennoch nach all den Jahren auch als Schauspielerin?

Nein. Wenn, dann spiele ich die Rolle meines Lebens: Dann spiele ich Barbara Salesch. Ich bin vor der Kamera so, wie ich auch ohne Kamera bin. Außerdem fällt mir das Auswendiglernen wahnsinnig schwer, das ist absolut nicht meins.

Was macht für Sie den Reiz Ihres Primetime-Formats aus?

So ein Gerichtskrimi ist einfach gut. Diese Abendsendungen werden wie ein Film und als hochwertiges Format gedreht. Das ist ein ganz anderes Drehen, und das macht mir Spaß. In anderthalb Stunden können wir ja auch viel mehr zeigen als in einer Nachmittagssendung. Von denen drehe ich drei Stück am Tag, mit viel Improvisation.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version