Radikale Jobwechsel im Trend

Neues Leben, neue Karriere: Hamburgerin startet als DJ durch


01.08.2026 – 15:38 UhrLesedauer: 3 Min.

Marija Golubović: Die Hamburgerin hat sich für einen kompletten Neustart im Beruf entschieden – sie sattelte auf DJ um.

Marija Golubović: Die Hamburgerin hat sich für einen kompletten Neustart im Beruf entschieden – sie sattelte auf DJ um. (Quelle: Mara Menzel/Seven)

Immer mehr Menschen satteln im Berufsleben um. So auch Marija Golubović. Die Hamburgerin arbeitet lange in der Medienbranche. Dann wagt sie einen Neustart, mit Musik.

Marija Golubović hat sich in Hamburgs Clubszene einen Namen gemacht. Am Samstag (1. August) legt die 32-Jährige als Margo vier Stunden beim Pink-Pauli-Festival zum Hamburger Christopher Street Day (CSD) auf dem Spielbudenplatz auf. Eine Karriere als DJ hatte sie allerdings nie geplant.

Ihre Zukunft schien lange Zeit in der Medienbranche zu liegen. Schon während des Studiums arbeitete sie als Grafikdesignerin, für die Goldene Kamera und als Dozentin. Später war sie bei Studio Hamburg und wurde Creative Producerin. Doch der Beruf machte sie zunehmend unglücklich.

Burn-out stellt Karriere infrage

Golubović berichtet von Wochen mit 60 bis 80 Arbeitsstunden. Ihre Konzepte seien häufig abgelehnt worden. „Ich hatte das Gefühl, ich werde nicht gehört“, sagt sie der Hamburger Regionalredaktion von t-online. Während der Corona-Pandemie verlor sie ihren Job. In der erzwungenen Pause habe sie erkannt, dass sie unter einem Burn-out litt.

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„Früher dachte ich immer, Arbeit muss Sicherheit bringen“, sagt sie. „Heute denke ich: Vielleicht sollte Arbeit auch irgendwas mit Glück zu tun haben.“ Mit 28 entscheidet sie sich deshalb für einen Neuanfang.

Erster Auftritt wird zum Wendepunkt

Mit dem Auflegen hatte Margo bereits vor der Pandemie begonnen – rein als Hobby. Dann fragte ein Bekannter, ob sie ein dreistündiges Set übernehmen wolle. „Ich habe mir komplett in die Hose gemacht vor Nervosität“, erzählt sie. „Aber danach kamen Leute zu mir, haben mich umarmt und sich bedankt.“ Weitere Anfragen folgten.

Trotzdem nannte sie sich selbst lange nicht DJ. Sie spürte Misstrauen: Beherrscht sie die Technik? Sie fühlte sich während der Sets genau beobachtet. Sie fürchtete, sie könnte als Quotenfrau gebucht werden. „Ich musste beweisen, dass ich da stehen darf“, sagt sie.

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Mittlerweile kommt sie auf mehrere Hundert Auftritte. Sie spielte unter anderem im Golden Pudel Club und im Uebel & Gefährlich in Hamburg, beim Amsterdam Dance Event sowie beim Pavoia Festival in Polen. Auch eigene Musik hat sie veröffentlicht.

Menschen wechseln öfter in ganz neue Berufe

Solche Wechsel werden häufiger. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stieg die berufliche Mobilität in Deutschland zwischen 2013 und 2024 um 13 Prozent. Einer Bertelsmann-Studie zufolge waren Berufswechsler danach im Schnitt zufriedener als Beschäftigte, die blieben, insbesondere dann, wenn sich das Berufsfeld veränderte. Mehr Geld allein machte dagegen kaum zufriedener.

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