Erste Innovation seit 40 Jahren

„Durchbruch“ bei Akne: Neues Medikament kurz vor Zulassung


28.08.2025 – 11:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Therapie bei Akne: Sie hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. (Quelle: Johnce/getty-images-bilder)

Ein neues Medikament gegen Akne könnte bald auf den europäischen Markt kommen. Wie die Creme wirkt und für wen sie empfohlen wird.

Seit Jahrzehnten hat sich an der Akne-Therapie kaum etwas verändert. Nun könnte eine echte Innovation bevorstehen. Die europäische Arzneimittelbehörde (Ema) empfiehlt die Zulassung von Winlevi, einem neuen Medikament gegen Akne vulgaris.

Winlevi enthält den Wirkstoff Clascoteron, der als topisches Antiandrogen direkt in der Haut wirkt. Er blockiert dort die Wirkung männlicher Hormone (Androgene) in den Talgdrüsen – ein zentraler Mechanismus bei der Entstehung von Akne. Die Folge: weniger Talg, weniger Entzündungen.

In den USA und Großbritannien ist Winlevi bereits zugelassen. In der EU hatte die Ema die Zulassung zunächst abgelehnt, aus Sorge vor hormonellen Nebenwirkungen bei Jugendlichen. Nach Vorlage neuer Daten mit Bewertungen von Dermatologen und Endokrinologen sprach sich die Ema nun aber für eine Zulassung aus.

Zwei große Studien belegen die Wirksamkeit: Nach drei Monaten Anwendung im Gesicht war bei 19,5 Prozent der Patienten die Haut deutlich besser. In der Placebogruppe waren es nur 7,7 Prozent. Die Creme zeigte vor allem bei moderater Akne gute Ergebnisse.

Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen die Haut: Rötungen, Juckreiz oder leichtes Brennen an der Auftragungsstelle. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf. Für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren gilt die Zulassung nur für die Anwendung im Gesicht und nur unter ärztlicher Aufsicht.

Bis Winlevi in den Apotheken erhältlich ist, dauert es noch: Die EU-Kommission muss der Empfehlung erst zustimmen. Danach entscheiden die nationalen Behörden über Preis und Erstattung.

Das Medikament gilt als die erste therapeutische Innovation gegen Akne seit rund 40 Jahren. „Das ist ein echter Durchbruch“, wird Brigitte Dréno, Gründungsmitglied der Europäischen Vereinigung für Dermato-Onkologie, in einer Pressemitteilung des Pharmaunternehmens Cosmo zitiert. Das Mittel werde eine wertvolle Ergänzung der bestehenden Behandlungsmöglichkeiten sein. „Wir haben auf eine solche Innovation gewartet“, so Dréno weiter.

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