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Gesundheit

Neues Hüft- oder Kniegelenk schon mit 50?

wochentlich.deBy wochentlich.de19 Juni 2025Keine Kommentare2 Mins Read
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Neues Hüft- oder Kniegelenk schon mit 50?
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Hüft- oder Knieschmerzen im Alltag? Viele Betroffene sind gerade einmal Mitte 50 – und zögern mit einer OP. Dabei kann diese spätere Schäden verhindern.

Arthrose gilt oft als Alterskrankheit. Doch das stimmt nur zum Teil. Denn auch viele Jüngere leiden unter verschlissenen Gelenken – häufig mit Folgen für Gesundheit, Beruf und Lebensqualität. Mediziner raten deshalb, Beschwerden frühzeitig ernst zu nehmen und nicht zu lange mit einer Operation zu warten.

Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zeigen: 2023 litten rund 7,2 Prozent der Deutschen an Kniegelenksarthrose, etwa 30 Prozent davon waren unter 60 Jahre alt. Bei der Hüfte war es fast jede achte Betroffene unter 60. Ursachen sind neben Verschleiß auch Fehlstellungen wie X- oder O-Beine, angeborene Hüftprobleme, schlecht verheilte Sportverletzungen oder entzündliche Erkrankungen wie Rheuma.

„Arthrose-Schmerzen führen oft zu Bewegungsmangel und Muskelabbau, Gewichtszunahme und Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes“, sagt Georgi Wassilew von der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE) laut Pressemitteilung. Dadurch sinke die Leistungsfähigkeit in Beruf und Freizeit.

Hinzu kommt: Schonhaltungen, wie beispielsweise Hinken, können durch Einseitigkeit und Überlastung Schäden im gesamten Bewegungsapparat verursachen. „Je länger sie bestehen, desto schwieriger ist ihre spätere Korrektur“, erläutert Wassilew. Oft seien die Schäden bleibend, zum Beispiel Rückenschmerzen. Die dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln berge Risiken für Magen, Leber und Nieren, so der Orthopäde.

Bei frühen Arthrose-Stadien kann eine sogenannte Umstellungsoperation helfen. Dabei korrigieren Ärzte Fehlstellungen und entlasten den geschädigten Bereich. „So lässt sich der Einsatz eines künstlichen Gelenks oft um Jahre oder sogar Jahrzehnte hinauszögern“, erklärt Wassilew.

Doch nicht immer reiche das aus. „Wenn der Gelenkverschleiß zu weit fortgeschritten ist, ist ein Gelenkersatz häufig die verlässlichere Lösung – auch in jüngeren Jahren“, sagt AE-Präsident Robert Hube. Er warnt davor, den Eingriff aus Angst vor dem Alter aufzuschieben: „Künstliche Gelenke sind längst keine Lösung nur für Ruheständler.“

Dank roboterassistierter Verfahren und neuer Materialien halten heutige Implantate viel länger als früher: Bei über 90 Prozent der Patienten funktionieren sie auch 15 Jahre nach der OP noch einwandfrei – selbst bei aktiven Menschen unter 60 Jahren. Die Zahl der Wechseloperationen geht laut Endoprothesenregister Deutschland seit Jahren zurück – unter anderem durch spezialisierte Kliniken mit standardisierten Abläufen.

Die AE spricht sich gegen starre Altersgrenzen beim Gelenkersatz aus. „Ob jung oder alt – die Entscheidung muss zur Lebenssituation passen“, sagt Hube. Bei vielen Jüngeren kann ein rechtzeitiger Eingriff die Erwerbsfähigkeit sichern, Folgeerkrankungen verhindern und die Lebensqualität deutlich steigern.

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