Technologiezentrum eröffnet

Neues Drohnenzentrum soll Deutschland sicherer machen

Aktualisiert am 18.08.2026 – 13:44 UhrLesedauer: 3 Min.

In Cochstedt ist ein neues Technologiezentrum für Drohnensicherheit eröffnet worden. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/dpa-bilder)

Drohnen werden leistungsfähiger und schwieriger abzuwehren. In Sachsen-Anhalt soll neue Technik dagegen erprobt werden. Bundesinnenminister Dobrindt warnt vor einer verschärften Bedrohungslage.

Spionage, Sabotage und Angriffe auf kritische Infrastruktur: Deutschland sieht sich zunehmend mit hybriden Bedrohungen konfrontiert. Eine besondere Rolle spielen dabei Drohnen, die immer leistungsfähiger werden und zugleich schwieriger abzuwehren sind. In Sachsen-Anhalt soll nun an Technologien geforscht werden, die Sicherheitsbehörden in diesem Wettlauf einen Vorsprung verschaffen.

Am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt im Salzlandkreis ist dafür ein neues Technologiezentrum für Drohnensicherheit eröffnet worden. Bis zu zehn Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in den Ausbau fließen. Gemeinsam mit dem Standort Braunschweig sollen Forscherinnen und Forscher Technologien zur sicheren Nutzung sowie zur Erkennung und Abwehr von Drohnen entwickeln und unter realistischen Bedingungen testen.

Das neue Technologiezentrum in Cochstedt verbindet Forschung und Entwicklung mit den praktischen Anforderungen der Sicherheitsbehörden. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/dpa-bilder)

„Wer auf Deutschland zielt, trifft ganz Europa“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zeichnete bei der Eröffnung ein ernstes Bild der Sicherheitslage. Deutschland sei täglich Ziel hybrider Angriffe. Als wirtschaftlich, politisch und sicherheitspolitisch wichtiges Land in der Mitte Europas stehe die Bundesrepublik besonders im Fokus. „Wer auf Deutschland zielt, der trifft ganz Europa“, sagte Dobrindt.

Spionage, Sabotage, Destabilisierung, Einflussnahme und Manipulation seien Teil dieser Bedrohung. Dobrindt sprach von einem „Schattenkrieg des 21. Jahrhunderts“. Die Bedrohungslage habe sich verschärft. Hinweise befreundeter Nachrichtendienste hätten in den vergangenen Monaten ebenso zugenommen wie Operationen und Einsätze.

Wie konkret die Gefahr durch Drohnen werden kann, zeigte sich zuletzt am Flughafen Leipzig/Halle. Vor zwei Wochen war dort eine umgebaute und mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.

Dobrindt ordnete den Vorfall in die verschärfte Bedrohungslage ein. „Leipzig ist kein singulärer Fall, sondern Leipzig ist Teil eines größeren Gebildes, mit dem wir es zu tun haben.“ Wer dahinter steckt, ist bislang nicht geklärt.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt warnt vor einer verschärften hybriden Bedrohungslage. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/dpa-bilder)

Was sagt Dobrindt zu Russland?

Bei der Frage nach einer möglichen russischen Urheberschaft blieb Dobrindt zurückhaltend. Bei Cyberangriffen sei eine Urheberschaft in Russland bereits nachgewiesen worden. Im Fall Leipzig/Halle müssten die Sicherheitsbehörden dagegen zunächst Beweise sammeln. „Erst wird der Beweis erbracht, dann wird die Zuweisung stattfinden“, sagte der Innenminister. Verdachtsmomente allein reichten nicht aus.

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