Es hatte sich lange angedeutet: Manuel Neuer fährt mit zur WM. Der Prozess hinter der Entscheidung aber beschädigt alle Beteiligten.

Nun macht er es also wirklich: Manuel Neuer kehrt in die deutsche Nationalmannschaft zurück und reist mit dem DFB-Team zur WM in die USA, nach Mexiko und Kanada. Das teilte Bundestrainer Julian Nagelsmann laut „Bild“ inzwischen auch Oliver Baumann am Telefon mit.

Damit endet ein unwürdiges Schauspiel, das sich über Monate hinzog. Am vergangenen Samstag wollte Julian Nagelsmann im ZDF-„Sportstudio“ die entscheidende Frage nicht beantworten, keine Namen kommentieren. Er redete viel, aber sagte wenig. Der gesamte Vorgang ist ein Kommunikationsfiasko. Denn dass die Entscheidung zu Neuers Rückkehr wirklich erst in den vergangenen Wochen gefallen sein soll – daran bleiben erhebliche Zweifel.

Oliver Baumann (l.) und Manuel Neuer: Sie gehörten zum EM-Kader 2024. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/Florian Wiegan/imago)

Gebetsmühlenartig hatten sowohl Manuel Neuer als auch Bundestrainer Julian Nagelsmann ein Comeback des Startorwarts immer wieder ausgeschlossen.

Noch im Februar hatte Nagelsmann erklärt, Oliver Baumann, die Nummer eins der letzten Monate, habe es „in der WM-Quali herausragend gut gemacht.“ Baumann selbst ging noch am vergangenen Samstag nach der Hoffenheimer 0:4-Pleite gegen Gladbach davon aus, dass er die Nummer eins bei der WM sein werde: „Er hat mir das Vertrauen ausgesprochen, Punkt.“

Wenige Tage später ist Baumann außen vor. Er ist der große Verlierer.

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Ohne Not schafft sich Nagelsmann damit zudem neue Risiken. Neuer hat regelmäßig mit kleineren Verletzungen zu kämpfen, gerade zwickt die Wade, weswegen er kürzertreten muss. Was, wenn sich Neuer im letzten WM-Testspiel erneut verletzt? Dann wird doch der degradierte Baumann im Tor stehen. Eine Konstellation mit offenem Ausgang.

Neuer wird weltweit noch immer gefürchtet

Unter sportlichen Gesichtspunkten ist eine Rückkehr von Neuer durchaus sinnvoll. Er spielte – bis auf kleinere Aussetzer – eine starke Saison. Zudem wird die Nachricht vielen WM-Stürmern die Sorgenfalten ins Gesicht treiben. Neuer wird weltweit noch immer gefürchtet, er gehört an guten Tagen auch mit mittlerweile 40 Jahren zur Weltspitze. Für Weltmeister Benedikt Höwedes ist er sogar „der mit Abstand beste Torhüter der Welt“.

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