Der Fahrer startet mit einem Fluch …
Der Fahrer allerdings flucht erst mal – zumindest wenn ihm das Smartphone nicht schon in die Wiege gelegt wurde. Denn so nobel das Cockpit aussieht, so nackt ist es auch. Es gibt zwar ein großes Head-up-Display, digitale Instrumente und einen XXL-Bildschirm über der Mittelkonsole, aber kaum Knöpfe. Spiegel und Lenkrad stellt man deshalb über den Touchscreen und die wenigen Tasten am Lenkrad ein.
… und hat beim Fahren umso mehr Spaß
Der Ärger vergeht allerdings schnell, wenn die Fahrt beginnt. Denn als Hecktriebler mit 310 kW/421 PS oder als Allradler mit 475 kW/646 PS zählt der 7GT zu den kräftigeren E-Kombis und fährt bei bestenfalls zu 210 km/h ganz vorn mit. Die Kraft lässt sich zudem gut kontrollieren: Die Lenkung ist präzise und vermittelt – anders als die meisten Chinesen – viel Fahrgefühl.
Zumal das im Topmodell serienmäßige Luftfeder-Fahrwerk mit adaptiver Dämpfung stets gekonnt den Spagat der Businessklasse kann: Im Alltag und auf der Autobahn wolkenweich und entspannt, macht der Zeekr im Sport-Modus dem GT im Namen alle Ehre. Auf einer kurvigen Landstraße wird er dann angenehm engagiert, federt stramm und lässt sich sportlich um die Kurven treiben. Da merkt man, dass der Zeekr in Göteborg entwickelt wurde und nicht in Hangzhou.
Lademeister an der Steckdose
Die Elektrotechnik allerdings kommt aus China und ist der europäischen Konkurrenz deshalb haushoch überlegen. Ja, Akkus mit 75 oder 100 kWh sind nicht die Speerspitze und die Reichweite von 519 bis 655 Kilometern auch nicht. Aber bei Ladeleistungen von 450 kW sieht selbst die Neue Klasse von BMW ganz schön alt aus, von der neuen Mercedes C-Klasse ganz zu schweigen.
Die Assistenten sind so nützlich wie nervig
Auch die Elektronik kommt aus China – das ist Fluch und Segen zugleich.
- Ein Segen, weil die Zahl der Assistenten üppig ist und sie viel können. Ein halbes Dutzend Kameras zum Beispiel zeigen das Auto bei der Fahrt aus jeder erdenklichen Perspektive, Sensoren übernehmen auf der Autobahn weitgehend das Kommando und den Parkplatz sucht sich der 7GT alleine – auf Wunsch auch von der Smartphone-App aus.
- Und ein Fluch, weil die Chinesen im vorauseilenden Gehorsam die Brüsseler Regeln so streng umsetzen, dass die Unterstützer arg nervös sind und deshalb schnell nervig werden.
Fazit: Verführer bei Preis und Performance
Er sieht klasse aus, hat solide Fahrleistungen und steckt die Konkurrenz wenn schon nicht an der Laderampe, dann doch an der Ladesäule in die Tasche. Dafür allerdings fehlt ihm bislang der bekannte Name.
