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Politik

Neuer Job an Elite-Universität – Spott ist billig

wochentlich.deBy wochentlich.de25 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Annalena Baerbock arbeitet künftig an einer der renommiertesten Universitäten der Welt. Ihr neuer Top-Job sorgt mal wieder für Schnappatmung. Eine Überraschung ist das nicht.

Annalena Baerbock hat einen neuen Job. Kaum ist die Nachricht raus, dass die Grüne eine Lehrtätigkeit an der New Yorker Columbia University übernehmen wird, läuft mal wieder der deutsche Baerbock-Häme-Motor heiß. Der Spott ist so erwartbar wie billig.

Die ehemalige deutsche Außenministerin soll ab Herbst als Professorin für Global Leadership und Co-Direktorin des Masterprogramms „Master of Public Administration in Global Leadership“ an der US-Eliteuniversität arbeiten. Im September endet ihre einjährige Amtszeit bei den Vereinten Nationen in New York.

FDP-Chef Wolfgang Kubicki unkte auf der Plattform X zuverlässig: „Was wusste Merz, als er erklärte, er wolle seine Kinder nicht in den USA studieren lassen?“ Andere ätzten: schlechtes Englisch, eine Professur ohne Promotion, was für ein Skandal, Baerbock – einfach unqualifiziert. Ein Armutszeugnis für die US-Universität.

Baerbock ist qualifiziert für die neue Stelle

Doch auch Baerbocks Kritiker dürften mitbekommen haben, dass ihre Lehrtätigkeit keine klassische Forschungsprofessur ist. Die Columbia-Universität stellt die 45-Jährige nicht ein, damit sie wissenschaftliche Abhandlungen verfasst. Als Professor of Professional Practice, wie sich Baerbocks neue Stelle nennt, soll sie ihre langjährige Erfahrung in der Politik mit Führungskräften teilen, an die sich das Masterprogramm richtet.

Dafür ist Baerbock mehr als qualifiziert. Sie war vier Jahre Parteichefin der Grünen, dreieinhalb Jahre deutsche Außenministerin und ein Jahr Präsidentin der UN-Generalversammlung. So einen Lebenslauf können die wenigsten vorweisen, einige ihrer Kritiker dürften wohl eher neidisch auf Baerbocks steile Karriere schauen.

imago images 0807428367Vergrößern des Bildes
Annalena Baerbock: Die einstige Grünen-Politikerin war Außenministerin in konfliktreichen Zeiten (Archivbild). (Quelle: Florian Gaertner/imago)

Doch Qualifikation hin oder her – darum geht es denen, die nun über Baerbock herziehen, gar nicht. Egal, welchen Karriereweg die Grüne einschlagen würde, als ewige Reizfigur könnte sie es ihnen ohnehin nie recht machen. Es drängt sich längst der Eindruck auf, dass dahinter eine gehörige Portion Sexismus steckt. Schon in den vergangenen Jahren hat sie immer wieder die volle Breitseite Frauenfeindlichkeit abbekommen.

Fehlersuche glich einer Obsession

Selbstverständlich ist Baerbock nicht perfekt, hat sich Patzer geleistet. Dass ihr Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ nach Plagiatsvorwürfen nicht mehr gedruckt wurde, war keine Glanzleistung. Und ja, das disqualifiziert sie auch für eine traditionell akademische Karriere.

Dass sie ihren Lebenslauf als Kanzlerkandidatin wegen Ungenauigkeiten an mehreren Stellen korrigieren musste, war ebenfalls peinlich. Auch als Außenministerin lief es nicht immer rund. Ihr „Krieg gegen Russland“-Satz lieferte Moskau einst eine willkommene Steilvorlage. Und dass sie für ihren UN-Job schließlich eine verdiente Diplomatin verdrängte, die ursprünglich für die Stelle vorgesehen war, war auch nicht die feine englische Art. Allerdings: Bei einem Mann wäre das vielleicht einfach als Machtbewusstsein gewertet worden.

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