Dynamik im Wattenmeer

Wächst hier eine neue Insel? Sandbank vor Hamburg wird größer

01.05.2026 – 13:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Robben liegen am Strand (Archivbild): In der Nähe von Hamburg könnte eine Insel entstehen, die auch von den Meeressäugern bewohnt werden könnte. (Quelle: Reemt Peters/imago)

Mitten im Wattenmeer verändert sich die Landschaft: Die Sandbank Robbenplate wächst seit Jahren. Experten halten es für möglich, dass daraus einmal eine Insel entsteht.

Im Hamburger Wattenmeer könnte sich ein neues Stück Land entwickeln. Westlich der Inseln Neuwerk, Scharhörn und Nigehörn wächst seit Jahren die Sandbank Robbenplate – und das in bemerkenswertem Tempo.

Nach Informationen der Hamburger Umweltbehörde hat sich die Fläche teilweise bereits verfestigt. Noch sei sie aber „keine dauerhaft trockene Insel“, da sie regelmäßig überflutet werde, wie im „Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag“ (SHZ) zu lesen ist.

Die Entwicklung ist Teil eines natürlichen Prozesses. Im Wattenmeer verändern Strömungen, Wind und Gezeiten ständig die Landschaft.

Eine Studie der Forschungsstelle Küste des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft zeigt, dass sich die Robbenplate in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert hat. Besonders auffällig: die Sandbank wächst „in besonderem Maße“ in die Höhe, Teile nähern sich bereits der sogenannten Mitteltidehochwasserlinie.

Ursache ist vor allem eine starke West-Ost-Drift von Sedimenten. Diese Strömungen sorgen dafür, dass mehr Sand angeschwemmt wird, als wieder verloren geht.

Inzwischen ist die Robbenplate laut Berichten sogar größer als die drei Hamburger Wattinseln zusammen. Satellitenaufnahmen zeigten bereits 2020 eine Fläche von rund 600 Hektar, wie der „SHZ“ berichtet.

Trotzdem mahnen Experten zur Vorsicht: Entwicklungen im Wattenmeer verlaufen oft über Jahrzehnte. Ob aus der Sandbank tatsächlich eine stabile Insel wird, ist derzeit offen.

Eine dauerhafte Besiedlung ist aktuell unwahrscheinlich. Dafür wird die Fläche noch zu häufig überflutet. Schon jetzt nutzen jedoch Tiere die Sandbank: Rastvögel finden dort Ruheplätze und Robben könnten die Fläche zeitweise besiedeln.

Damit entwickelt sich die Robbenplate zumindest vorübergehend zu einem wichtigen Lebensraum im Nationalpark Wattenmeer.

Sandbänke, Priele und Fahrwasser verschieben sich ständig. Auch bestehende Inseln wachsen oder verändern ihre Form. Menschliche Eingriffe wie Leitdämme können diese Prozesse zusätzlich beeinflussen. Selbst die Schifffahrt muss sich immer wieder anpassen, weil sich Fahrwasser verlagern.

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