„In meinen Augen eine dumme Idee“
Freibad schließt bestimmte Personengruppe aus
Aktualisiert am 11.05.2026 – 12:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Freibad in Nordrhein-Westfalen schließt Kinder ohne Schwimmabzeichen aus. Im Internet führt das zu viel Zustimmung, aber auch zu kritischen Kommentaren.
Eine neue Regel im Freibad der 25.000-Einwohner-Gemeinde Verl im Landkreis Gütersloh löst derzeit Diskussionen um die Sicherheit beim Schwimmen aus. Seit Ende April verwehrt das Freibad Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Eintritt, wenn sie ohne Eltern kommen und nicht mindestens ein Schwimmabzeichen der Kategorie Bronze (Freischwimmer) vorweisen können.
Der leitende Schwimmmeister Björn Jann sagte dem WDR zur Begründung der neuen Regel: „Wir wollen nicht erst warten, bis jemand ertrinkt.“ Wenn es voll sei, hätten die Bademeister keine Chance, auf jeden Badegast zu achten. „Es gibt zu viele Jugendliche, die nicht schwimmen können und die sich nur ein paar Meter gerade so über Wasser halten. Ich verstehe echt nicht, dass die Eltern die schwimmen gehen lassen“, so Jann.
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Freibad-Einlassregel: Schwimmabzeichen gefordert
Er geht davon aus, dass sich die Regel schnell herumsprechen und durchsetzen wird: „In einem Jahr regt sich keiner mehr auf“, sagte er, auch wenn er wisse, dass es in der Anfangsphase noch zu Diskussionen kommen könne. Auch andere Freibäder in NRW haben ihre Einlassregeln laut dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) zuletzt verschärft.
Für das Bronze-Abzeichen (Freischwimmer) müssen Prüflinge laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) theoretische Kenntnisse der Baderegeln vorweisen können. Außerdem müssen sie einen Sprung kopfwärts vom Beckenrand machen, 15 Minuten lang schwimmen und in dieser Zeit mindestens 200 Meter zurücklegen. Auch ein Tauchgang in zwei Metern Tiefe wird erwartet, dazu ein Sprung vom Ein-Meter-Brett.
Freibad Verl: Diskussionen in sozialen Netzwerken
In den sozialen Netzwerken wird die neue Einlassregel im Freibad Verl diskutiert. Die meisten Menschen, die sich etwa unter einem WDR-Beitrag auf Facebook zu Wort meldeten, finden sie offenbar gut. Eine Nutzerin findet: „Für mich auf jeden Fall sinnvoll. Ich hätte unseren Sohn nicht allein ins Freibad gelassen, ohne zu wissen, dass er anständig schwimmen kann. Das sehen leider viel zu viele anders.“
Doch es gibt auch Kritik an der Regel. Ein Nutzer kommentierte etwa: „In meinen Augen eine dumme Idee. Die Folge wird sein, dass die gefährdeten Jugendlichen das Freibad meiden und dann im Baggersee baden mit noch einem höheren Risiko.“
