Motiv rätselhaft
Behördenmitarbeiter getötet: Neue Details zum Tatverdächtigen
Aktualisiert am 09.10.2026 – 12:06 UhrLesedauer: 2 Min.
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Eine Routinekontrolle endet mit Schüssen, zwei Toten und einem SEK-Einsatz. Nach und nach kommen mehr Informationen zum mutmaßlichen Schützen ans Licht.
Der Mann, der im oberpfälzischen Berngau am Donnerstagnachmittag mutmaßlich zwei Mitarbeiter des Landratsamts erschossen hat, ist laut dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann polizeilich bisher nicht in Erscheinung getreten. „Auch bei Staatsschutz und Verfassungsschutz liegen keine Erkenntnisse über ihn vor“, sagte Herrmann bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Freitagvormittag.
Bei dem 60-jährigen Tatverdächtigen handele es sich um einen Sportschützen und Jäger, der zehn Waffen legal besitzen durfte, darunter Lang- und Kurzwaffen, wie Herrmann ausführte. Zum Motiv gebe es „überhaupt keine Erkenntnisse“, sagte der CSU-Politiker. „Wir kennen den genauen Ablauf noch nicht.“
Laut Innenminister Herrmann finden jährlich etwa 60.000 Waffenkontrollen in Bayern statt. Die allermeisten verliefen völlig problemlos. In dem Bundesland gebe es demnach rund 200.000 Menschen mit Waffenbesitzberechtigung.
Berngau: Motiv des Schützen noch völlig unklar
Die ersten Notrufe waren am Donnerstag gegen 14 Uhr eingegangen. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Mann den 45-jährigen Mitarbeiter des Landratsamts und seine 54 Jahre alte Kollegin erschossen haben, als diese bei ihm eine routinemäßige Waffenkontrolle durchführen wollten. Die Kontrolle sei unangekündigt gewesen; solche Kontrollen fänden in der Regel alle drei Jahre statt, erklärte Herrmann. „Warum das so eskaliert ist, wissen wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht.“
Nach den Schüssen rückte ein SEK in den 2.600-Einwohner-Ort an und umstellte das Mehrfamilienhaus, in dem der Mann lebte. Polizeibeamte hielten über Stunden Kontakt zum Verdächtigen, der sich laut Polizei selbst telefonisch bei den Beamten meldete. Er habe auch zugegeben, geschossen zu haben – und angekündigt, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen.
Gegen 3 Uhr in der Nacht stürmte das SEK schließlich das Haus. Die Polizei teilte mit, es seien mehrere Schüsse auf den Mann abgegeben worden. Dieser sei schwer verletzt worden und in ein Krankenhaus gekommen, wo er weiter bewacht werde. Zuerst hatte es geheißen, der Mann sei nur leicht verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte t-online, nach bisherigem Stand sei nichts darüber bekannt, dass der Mann auf die Beamten geschossen habe.

Mann offenbar „nicht im Dorf integriert“
Der mutmaßliche Schütze soll nach Angaben des Berngauer Bürgermeisters Thomas Meier „nicht im Dorf integriert“ gewesen sein. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Meine Informationen sind, dass er hier kein Schütze im Ort ist.“
In Berngau zeigten sich die Menschen am Tag nach der Tat bestürzt und geschockt. „Die Betroffenheit ist enorm“, sagte Meier der dpa. Ein Anwohner berichtete: „Der Ort ist sehr geschockt. Also es ist wirklich großes Gesprächsthema. Ich habe heute auch schon mit ein paar Müttern reden können. Uns fehlen die Worte.“ In der örtlichen Schule sei ein Krisenteam im Einsatz, um mit den Kindern über die Ereignisse zu sprechen.
Landrat Martin Meier sagte: „Wir haben gestern durch die schreckliche Tat eines Einzelnen zwei liebgewonnene und sehr zuverlässige Mitarbeiter bei uns im Landratsamt Neumarkt verloren.“ Er sprach von einer „grauenvollen“ Tat. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde würden nun unterstützt. Niemand müsse mit seiner Trauer und mit seinem Schmerz allein sein.