In der umstrittenen „Klar“-Auftaktsendung zum Thema Migration hatte Ruhs unter anderem über Gewalt im Zusammenhang mit Einwanderung berichtet. Die Sendung stieß auf Kritik – unter anderem von ZDF-Moderator Jan Böhmermann und der Journalistin Anja Reschke.
Fickinger sagte, dass bis Freitag 205 Zuschriften das Gremium zum Format „Klar“ erreicht hätten. Eine Rundfunkrätin berichtete von einem öffentlichen Shitstorm, einem „Sturm aus Hass, Drohungen und Verleumdungen“, nachdem sie sich als Rundfunkrätin gremienintern kritisch zu der umstrittenen Sendung geäußert hatte. Sie betonte, dass sie sich nicht öffentlich zu der Causa zu Wort gemeldet habe. Der zuständige Redaktionsleiter wiederum sprach von weinenden Teammitgliedern nach harscher Kritik an dem Format.
Der NDR hatte vor rund einer Woche mitgeteilt, dass Ruhs das Format „Klar“ nicht mehr beim NDR moderieren wird, sondern nur noch beim Bayerischen Rundfunk. In der Sendung wurden kontroverse Themen aufgegriffen. Politiker vor allem von Union und AfD hatten scharf kritisiert, dass der NDR die Zusammenarbeit mit Ruhs beendet hat. Programmdirektor Frank Beckmann räumte ein, die politische Wirkung nicht richtig eingeschätzt zu haben.
Die Journalistin Julia Ruhs hat auch eine Kolumne bei „Focus Online“ und wird oft als neue konservative Stimme beschrieben. Ihre Nachfolgerin als Moderatorin der NDR-„Klar“-Ausgaben soll die frühere Chefredakteurin von „Bild“ und der RTL-Zentralredaktion, Tanit Koch, werden. Sie soll nicht nur moderieren, sondern auch redaktionell mitarbeiten.
