Treffen im Weißen Haus

Rutte spricht vom „Trump-Effekt“


25.06.2026 – 11:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Bei einem Treffen im Weißen Haus kritisiert Donald Trump (r.) die europäischen Partner scharf. Nato-Generalsekretär Mark Rutte hält dagegen und verweist auf die stark gestiegenen Verteidigungsausgaben. (Quelle: Jacquelyn Martin)

Rutte bemüht sich um eine Glättung der Wogen im Streit mit Donald Trump. Helfen soll dabei ein eigens erstelltes Schaubild über den „Trump-Effekt“.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump versucht, die Spannungen vor dem wichtigen Nato-Gipfel im Juli abzubauen. Dazu lobte er die Entwicklung der Verteidigungsausgaben der Nato-Partner seit Trumps erster Amtszeit mithilfe eigens mitgebrachten Anschauungsmaterials und lobte Trumps Führungsstärke. Dieser kritisierte die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung Deutschlands und anderer Länder beim Krieg gegen den Iran.

Bei Ruttes Besuch im Weißen Haus warf Trump den europäischen Verbündeten vor, die USA im Stich gelassen zu haben. Er sei „enttäuscht über Deutschland“ und die Haltung der Bundesregierung im Iran-Krieg, erklärte der US-Präsident. Er habe die Bundesregierung im Iran-Krieg gebeten: „Gebt uns einen kleinen Stups, gebt uns ein kleines Küsschen. Aber sie haben nein gesagt“, kritisierte er, ohne Bundeskanzler Friedrich Merz namentlich zu nennen.

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„The Trump Trillion“

Rutte nahm Deutschland in Schutz. Er verwies auf die Pläne der Bundesregierung, ihre Verteidigungsausgaben zwischen 2021 und 2029 zu verdoppeln, um den Forderungen nach einer massiven Erhöhung der Rüstungsbudgets nachzukommen.

Um die bisherigen Entwicklungen des Rüstungsbudgets zu verdeutlichen, zeigte Rutte dem US-Präsidenten und den Versammelten eine Schautafel mit roten Balken. Darüber prangte in goldener Schrift: „The Trump Trillion“, zu Deutsch: „Die Trump-Milliarde“. Diese zeige „den Anstieg dessen, was Europäer und Kanadier zahlen, seit Sie 2017 Ihr Amt angetreten haben, Trump“, so Rutte.

Besonderes Augenmerk legte er auf die vergangenen beiden Jahre, in denen die Nato-Ausgaben „mehr als 250 Milliarden Dollar“ betragen hätten. „Ich kann Ihnen versichern, dass dies auf Russland und die von Russland ausgehende Bedrohung zurückzuführen ist“, sagte Rutte. „Aber ich bin auch fest davon überzeugt, dass Sie als Präsident der Vereinigten Staaten den entscheidenden Unterschied gemacht haben“, fuhr Rutte fort.

Der „Trump Effekt“: Um die Erhöhung der Rüstungsbudgets der Nato-Partnerländer darzustellen, zeigte Rutte eine Schautafel mit roten Balken. (Quelle: Jacquelyn Martin)

Trump habe etwas vorangetrieben, „das seit Eisenhower nicht erreicht worden ist: nämlich dass die Europäer ihre Verteidigungsausgaben an das Niveau der Vereinigten Staaten angleichen.“ Der ehemalige US-Präsident Dwight Eisenhower hatte die Nato jedoch nicht infrage gestellt, sondern maßgeblich aufgebaut.

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