Streit um Nacktszene
Nastassja Kinski über Wim Wenders: „Ich traue ihm nicht“
12.06.2026 – 09:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein jahrelanger Konflikt um eine Szene aus dem Film „Falsche Bewegung“ nimmt eine neue Wendung. Doch für Nastassja Kinski reichen die jüngsten Schritte nicht aus.
Nastassja Kinski steht fest hinter ihren Forderungen. Die Schauspielerin hat ihre Kritik an Regisseur Wim Wenders im Zusammenhang mit dem Film „Falsche Bewegung“ von 1975 erneuert. Bei einem Auftritt auf Mallorca äußerte sich die 65-Jährige zu den jüngsten Entwicklungen in dem seit Jahren schwelenden Streit um eine Nacktszene, die sie im Alter von 13 Jahren gedreht hatte.
Auslöser der aktuellen Debatte war ein offener Konflikt rund um den Film, der zuletzt auch beim Deutschen Filmpreis für Aufmerksamkeit sorgte: Wenders hatte angekündigt, das Werk von allen Plattformen zurückzuziehen. Für Kinski ist das jedoch noch nicht ausreichend. In einem Gespräch mit der „Bild“-Zeitung sagte sie: „Ich bin nur so halb zufrieden.“
„Ein Kind ist ein Kind“
Nach Ansicht der Schauspielerin sei die angekündigte Maßnahme lediglich ein erster Schritt. „Ein Kind ist ein Kind. Es war jetzt ein Teilerfolg, denn es muss ja noch gelöscht werden.“ Sie fordert weiterhin, dass die betreffende Szene entfernt wird. Mit Blick auf Wenders sagte Kinski: „Er muss das Richtige tun und zwei Minuten schneiden. Ich kämpfe schon viele Jahre darum.“ Eine Entschuldigung des Regisseurs würde sie erst akzeptieren, wenn dieser Schritt erfolgt sei. „Schauen wir mal. Bis jetzt noch nicht passiert.“
Auch die Ankündigung, den gesamten Film nicht mehr öffentlich zu zeigen, betrachtet Kinski mit Zurückhaltung. „Er nimmt den ganzen Film zurück, hat er gesagt“, erklärte sie. Zugleich fügte sie hinzu: „Ich traue ihm aber nicht. Doch wenn er sein Herz auf dem richtigen Fleck hat, dann macht er das. Ich hätte mir das schon so lange gewünscht, aber ohne die Öffentlichkeit und ohne die große Bühne.“
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„Es war nicht im Buch“
Besonders kritisch bewertet die Schauspielerin die Entstehung der umstrittenen Szene. Ihren Angaben zufolge sei diese ursprünglich nicht im Drehbuch vorgesehen gewesen. „Ich kann nur sagen, es war nicht im Buch. Meine Mutter und ich wussten es nicht. Mir wurde nicht gesagt, was gedreht werden soll. Und ja, wenn man ein Kind ist, dann ist man auch leicht verloren in so einer Situation und leichtgläubig. Wir hatten ihm vertraut.“
