Starke US-Aktien
Was die Börse mit Deutschlands kaputter Infrastruktur zu tun hat
Aktualisiert am 17.05.2026 – 07:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Amerikanische Aktien sind dem Dax so stark enteilt wie nie zuvor. Muss das so bleiben?
Die US-Technologiebörse Nasdaq liegt knapp an der 30.000er-Marke, während der Dax nur unwesentlich oberhalb von 24.000 Punkten notiert. Vor nicht allzu langer Zeit lag der Dax noch oberhalb des Nasdaq in Punkten. Erklärbar ist die extreme Diskrepanz von mittlerweile fast 5.000 Punkten durch die unglaubliche Stärke amerikanischer Technologieaktien.
Aktien wie Intel legten allein im Zeitfenster Mitte April bis Mitte Mai um sagenhafte 100 Prozent zu. Eine Aktie wie Texas Instruments, die mancher eher in der Kategorie langweilig einsortieren würde, wäre aktuell noch vor Siemens nach Marktkapitalisierung die Nummer eins im Dax40. Nach den Daten der Börse München käme Siemens bei Weitem nicht an Intel mit einem Marktwert von 530 Milliarden Euro heran.

Zur Person
Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf www.feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance
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So hat sich das Bewusstsein internationaler Anleger geschärft, dass die Musik in den kommenden Jahren in den USA spielen wird und die Amerikaner bei Technologie und deren Infrastruktur Europa meilenweit enteilt sind. Doch es gibt eine weitere Infrastruktur, nämlich jene für Transportwege und Kommunikationskanäle, Brücken, Straßen und Schienennetze. Auch dort sind viele Firmen unterwegs. Und da die Welt in den kommenden Jahren eine Art Dauerbaustelle sein wird, lohnt sich ein Blick auf diese Aktien.
Deutschland gibt Geld aus
Deutschland diskutiert seit Jahren über marode Brücken, überforderte Bahnnetze und langsame Genehmigungsverfahren. Gleichzeitig investieren die USA Milliarden in Straßen, Energieversorgung, Halbleiter und digitale Netze. China baut ohnehin im XXL-Format. Europa dagegen verwaltet oft nur noch den Mangel. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Beton und Asphalt. Infrastruktur bedeutet heute auch Stromnetze, Rechenzentren, Wasserstoffleitungen, Glasfaser, Cyberabwehr und Energieversorgung. Wer diese Infrastruktur besitzt oder baut, kontrolliert künftig einen erheblichen Teil der wirtschaftlichen Wertschöpfung. Genau deshalb fließt weltweit immer mehr Kapital in diesen Sektor.
Infrastruktur zieht
Eins ist klar: Die Welt muss modernisiert werden. Stromnetze stammen vielerorts noch aus dem vergangenen Jahrhundert. Brücken bröckeln. Bahntrassen sind überlastet. Gleichzeitig explodiert der Energiebedarf durch Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und Elektromobilität. Als Folge schnüren Staaten rund um den Globus gigantische Investitionsprogramme. Allein Europa will Hunderte Milliarden Euro in Verteidigung, Energie und Infrastruktur investieren. Deutschland hat zusätzlich milliardenschwere Sondervermögen beschlossen. Auch die Nato-Staaten erhöhen ihre Investitionen massiv – nicht nur in Rüstung, sondern auch in kritische Infrastruktur, Straßen, Brücken und digitale Sicherheitssysteme.

