Scharfe Kritik

Nächste Kneipe boykottiert WM: „Da sind wir raus“


13.06.2026 – 15:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Das EDP in Ehrnfeld (Archivbild): Die Kneipe wird keine Spiele der WM zeigen. (Quelle: imago)

Die nächste Kölner Kneipe boykottiert die Fußball-WM. Das EDP in Ehrenfeld wird keine Spiele zeigen – und übt scharfe Kritik.

Einen Tag vor dem ersten Spiel der Deutschen Nationalmannschaft bei der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft kündigt die nächste Kölner Kneipe an, keine Begegnung des Turniers zu zeigen: Das „Em Drügge Pitter“ (EDP) an der Venloer Straße in Ehrenfeld wird die Fußball-WM boykottieren, wie die Betreiber am Samstag über Facebook mitteilten. „Fußball kann schön sein, gemeinsam gucken auch“, heißt es in dem Beitrag. „Aber diese WM fühlt sich für uns schon lange falsch an.“

Die Kneipe kritisiert auch die FIFA, die ihr „seit Jahren auf die Nerven“ gehe. „Korruption, Kommerz und ein Geschäft, das immer größer wird und immer weniger mit dem zu tun hat, was wir an Fußball eigentlich mögen“, listet das EDP die Kritikpunkte an dem Fußball-Weltverband. Mit Blick auf das Gastgeberland USA sprechen die Kneipenbetreiber von einer politischen Lage, „in der uns schlicht nicht nach WM-Stimmung und Public Viewing ist.“

  • Klare Ansage an FIFA: Beliebte Südstadt-Lokale boykottieren die WM

Weiterhin kritisiert die Kneipe die Regelungen für die Übertragung von WM-Spielen. Gastronomen dürfen die Spiele nicht über die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF zeigen. Die Deutsche Telekom hat die Rechte an allen 104 Spielen der WM 2026 erworben, die Gastro-Lizenz liegt exklusiv bei Sky – Wirte ohne Sky-Business-Abo müssen daher einen Gastro-Pass für 299 Euro kaufen, um die Spiele zeigen zu dürfen. „Und da sind wir raus“, schreibt das EDP. „Wir zahlen nicht noch extra dafür, ein System zu unterstützen, das uns ohnehin seit Jahren immer mehr gegen den Strich geht.“

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Köln: Auch Südstadt-Kneipen boykottieren WM

Zuvor hatten bereits zwei Kneipen in der Kölner Südstadt angekündigt, keine Spiele der WM zu zeigen. Das Lotta und das Café Kult am Chlodwigplatz werden das Turnier ebenfalls boykottieren. Auch diese beiden Lokale kritisieren das Vorgehen der FIFA und die politische Situation in den USA unter Präsident Donald Trump.

Die Fußball-Weltmeisterschaft findet in diesem Jahr in den USA, Kanada und Mexiko statt. Kritik gibt es unter anderem wegen der Visa-Politik Trumps, der für mehrere der Teilnehmerländer verschärfte Einreisebestimmungen verhängt hat. Das erste Spiel der deutschen Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann gegen den Karibikstaat Curaçao wird am Sonntag, 14. Juni, um 19 Uhr angepfiffen.

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