Was der Benzinpreis damit zu tun hat

Autohersteller kürzen Rabatte auf E-Autos


28.10.2026 – 16:02 UhrLesedauer: 3 Min.

Produktion bei Volkswagen: Die Rabatte auf Neuwagen sind rückläufig. (Quelle: IMAGO/Chris Emil Janssen/imago)

Steigende Benzinpreise treiben immer mehr Käufer in Richtung Elektroauto. Für die Hersteller ist das ein willkommener Anlass, ihre Preisnachlässe zu senken.

Die Spritpreise schrauben sich langsam immer weiter nach oben. Allein Diesel wurde innerhalb einer Woche um 3,4 Cent teurer und kostete am Dienstag durchschnittlich 2,29 Euro pro Liter. Super lag bei 2,08 Euro. Wer jetzt einen Neuwagen kaufen will, schaut deshalb mit steigender Wahrscheinlichkeit auch nach einem E-Auto. Im September wurden in Europa 416.433 Elektroautos neu zugelassen. Das entsprach 31 Prozent aller verkauften Neuwagen. Im Januar hatte der Anteil noch bei 20 Prozent gelegen.

Nachlässe sinken um bis zu sechs Prozentpunkte

Die Autohersteller registrieren diese Entwicklung – und reagieren: Sie kürzen die Rabatte auf Stromer teils drastisch. Nach einer aktuellen Auswertung des Center Automotive Research (CAR) sanken die durchschnittlichen Nachlässe auf die 25 wichtigsten E-Autos in Deutschland im Oktober von 17,9 auf 16,3 Prozent. In einzelnen Fällen fielen die Nachlässe um bis zu sechs Prozentpunkte, wie etwa beim Opel Corsa Electric. Beim Cupra Born sank der Rabatt laut CAR von 25,5 auf 23,1 Prozent.

Anders sieht es bei Verbrennern und Plug-in-Hybriden aus. Für die 25 wichtigsten Verbrennermodelle weist CAR im Oktober im Schnitt 19,6 Prozent Nachlass aus, bei den 20 wichtigsten Plug-in-Hybriden waren es 20,3 Prozent. Für den VW Golf ermittelte CAR rund 25 Prozent Nachlass, für den VW Tiguan als Verbrenner rund 24 Prozent. Bei Plug-in-Hybriden fallen die Rabatte in Einzelfällen noch höher aus. In der CAR-Auswertung kommt der BYD Seal 6 DM-i Touring auf 37,6 Prozent Nachlass. Das zeigt: Während viele Hersteller bei reinen E-Autos offenbar weniger Druck haben, Käufer über hohe Rabatte zu locken, bleiben Verbrenner und Hybride preislich stärker in Bewegung.

Hoher Preisunterschied zwischen E-Autos und Verbrennern

Somit fällt der Preisabstand zwischen E-Autos und Verbrennern deutlich aus. Nach der CAR-Auswertung lag der durchschnittliche Transaktionspreis der 25 wichtigsten E-Autos im Oktober bei 35.497 Euro. Bei den 25 wichtigsten Verbrennern waren es 32.580 Euro. Die Differenz beträgt damit 2.917 Euro. Anfang des Jahres war die Differenz weniger als halb so groß.

Laut CAR sind die Lieferzeiten bei Stromern inzwischen deutlich länger als bei vergleichbaren Verbrennern. Im Schnitt müssen Käufer eines E-Autos rund sieben Monate warten. Bei vergleichbaren Verbrennermodellen sind es 3,8 Monate. Wenn E-Autos erst nach mehreren Monaten geliefert werden, bildet die Statistik die aktuelle Nachfrage nur verzögert ab. Die Bestellungen von heute tauchen also erst später in den Zulassungszahlen auf.

Dudenhöffer: Prämie lässt Rabatte schmelzen

Für die Hersteller ist das eine komfortable Lage. Die Nachfrage steigt, die Lieferzeiten werden länger – und damit wächst der Spielraum, Rabatte zurückzufahren. Dazu kommt ein politischer Faktor: Auch die staatliche Förderprämie dürfte in die Kalkulation der Hersteller hineinspielen. CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer hatte bereits mehrfach davor gewarnt, dass Autobauer staatliche Zuschüsse nutzen könnten, um eigene Rabattaktionen zu reduzieren. Der Staat zahlt die Prämie, die Kunden freuen sich über gesenkte Preise – und für die Hersteller bliebe ein größerer Teil des Kaufpreises als Gewinn erhalten.

Für Käufer ergibt sich damit eine ungewohnte Rechnung. Hohe Spritpreise sprechen für den Umstieg auf ein E-Auto. Die aktuellen Rabatte sprechen nicht immer dafür, sofort zuzuschlagen. Und je stärker die Nachfrage nach Stromern steigt, desto weniger Anlass haben die Hersteller, beim Nachlass besonders großzügig zu sein.

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