„Dr. Google“
Nach diesen Symptomen suchen die Deutschen am häufigsten
30.04.2026 – 11:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Viele Menschen googeln Beschwerden, bevor sie zum Arzt gehen. Eine neue Auswertung zeigt, wonach besonders häufig gesucht wird – und warum das problematisch sein kann.
Immer mehr Deutsche nutzen das Internet als erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Fragen. Laut einer aktuellen Analyse der Online-Apotheke mycare.de recherchieren 57 Prozent zu Krankheiten, Verletzungen oder Ernährung im Netz. Die Auswertung zeigt zudem, welche Symptome besonders oft bei „Dr. Google“ abgefragt werden.
Am häufigsten suchen Nutzer nach einem klaren Warnsignal des Körpers: Erbrechen. Rund 74.000-mal pro Monat geben Menschen dieses Symptom in Deutschland in Suchmaschinen ein. Dahinter folgen Hexenschuss, Knieschmerzen und Sodbrennen mit jeweils etwa 60.500 Anfragen. Am dritthäufigsten suchen die Deutschen nach Durchfall, Halsschmerzen und Tinnitus.
Weitere häufige Suchbegriffe sind:
Martin Schulze, Apotheker und Leiter der pharmazeutischen Kundenbetreuung bei mycare.de erklärt, dass viele Menschen bei plötzlich auftretenden Beschwerden zunächst online nach Informationen zu suchen scheinen. „Bei bestimmten Symptomen wie Blut im Urin sollten Patienten aber unbedingt einen Arzt aufsuchen. Auch wenn Symptome länger anhalten, ist ein Gang zum Arzt meist unvermeidlich“, erklärt er.
Ein Vergleich der Suchanfragen in den 20 größten Städten zeigt aber, dass nicht überall dieselben Symptome gleich häufig recherchiert werden: In Leipzig, Dresden, Stuttgart und Nürnberg liegt wie im deutschlandweiten Ranking Erbrechen auf Platz 1. In Berlin und München teilen sich Hexenschuss, Sodbrennen und Erbrechen den ersten Platz. In allen anderen Städten gehört Erbrechen nicht zu den meistgesuchten Symptomen. In Bremen, Bonn und Bielefeld führt der Hexenschuss das Ranking an. In den übrigen zehn Städten, darunter Hamburg, Köln, Frankfurt und Düsseldorf, teilen sich der Hexenschuss und Sodbrennen den ersten Platz der meistgesuchten Symptome.
Experten sehen diese Entwicklung zwiespältig. Einerseits kann die Internetsuche Menschen helfen, sich schnell einen ersten Überblick über ihre Beschwerden zu verschaffen. Andererseits ersetzen Suchmaschinen keine medizinische Diagnose. Kristina Spöhrer, Vorstandsmitglied im Hausärztinnen- und Hausärzteverband, erklärt: „Symptome müssen immer im Kontext einer Vielzahl von Rahmenbedingungen bewertet werden.“ Dazu gehören der Expertin zufolge viele Faktoren wie Vorerkrankungen, Medikamente oder Lebensumstände.
