Massive Attack-Frontmann
Musikstar hält Schild in der Hand – und wird festgenommen
28.09.2026 – 04:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Er ist einer der bekanntesten Musiker Englands. Nun saß Robert Del Naja mit einem Schild in der Hand vor einem Konferenzgeäude – daraufhin rückte die Polizei an.
Robert Del Naja ist in Großbritannien erneut wegen seines politischen Engagements mit der Polizei aneinandergeraten. Der Frontmann der Trip-Hop-Band Massive Attack wurde am Samstag in Liverpool festgenommen, nachdem er an einer stillen Protestaktion nahe des Labour-Parteitags teilgenommen hatte.
Der 61-jährige Del Naja saß mit einem Schild vor dem Konferenzgelände und schwieg. Auf dem Schild äußerte er seine Ablehnung des militärischen Vorgehens durch Israel im Gazastreifen und erklärte zugleich seine Unterstützung für Palestine Action. Die Gruppe gilt in Großbritannien jedoch seit 2025 als terroristische Vereinigung, sie ist verboten. Öffentliche Unterstützung der Gruppierung kann nach dem britischen Terrorism Act strafrechtliche Folgen haben.
Videos der Organisation Defend Our Juries zeigen, wie Polizisten auf Del Naja zugehen und ihn abführen. Der Musiker mit dem Künstlernamen „3D“ wies den Vorwurf zurück, mit der Aktion eine Straftat begangen zu haben. Del Najas Protestaktion war Teil der Kampagne „Lift the Ban“ von Defend Our Juries. Damit wird die Regierung auffordert, die Einstufung von Palestine Action als Terrororganisation zurückzunehmen.
Am Sonntag kam es dann bei Protesten gegen das Verbot der Gruppe erneut zu einem großen Polizeieinsatz. Dabei wurden mehr als 50 Menschen festgenommen. Einige der Anwesenden hätten Materialien zur Unterstützung der Gruppe gezeigt, teilte die Polizei am Sonntagabend mit. Mehr als 250 Demonstranten hatten sich laut der britischen Nachrichtenagentur PA vor dem Konferenz-Zentrum versammelt, in dem bis Mittwoch die regierende Labour-Partei tagt. Viele hatten demnach Plakate und Banner dabei mit Slogans wie „Ich unterstütze Palestine Action“ – ein ebensolches hatte auch Del Naja tags zuvor hochgehalten.
Amnesty: „Angriff auf die Meinungsfreiheit“
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Festnahmen laut PA als „beschämenden Angriff auf die Meinungsfreiheit“. Ein Sprecher von Defend Our Juries, die den Protest organisiert hatte, sagte laut PA: „Wir hatten gehofft, der neue Premierminister Andy Burnham würde die vernünftige Entscheidung treffen, das Verbot von Palestine Action aufzuheben.“ Eine Aufrechterhaltung des Verbots sei „unlogisch, unhaltbar und unmoralisch“ und seine Umsetzung verschwende viele Ressourcen, sagte der Sprecher weiter.
