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Politik

Müssen liberalen Markenkern wieder freilegen

wochentlich.deBy wochentlich.de6 Juni 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Müssen liberalen Markenkern wieder freilegen
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Sie sagen, die FDP solle wieder „mutig, fröhlich, optimistisch“ werden. Was genau verbinden Sie mit diesen drei Worten?

In der parteiinternen Auseinandersetzung gab es ja den Versuch, Wolfgang Kubicki und seinen Anhängern die optimistische Grundhaltung abzusprechen – nach dem Motto: Die malen alles schwarz. Das ist Quatsch. Ich erinnere gerne an Guido Westerwelle: Er hat gezeigt, dass klare Kante und gute Laune kein Widerspruch sind. Man kann fröhlich und zuversichtlich und gleichzeitig entschlossen und zugespitzt für die richtigen Dinge streiten.

Vergrößern des Bildes
Guido Westerwelle: Der 2016 verstorbene Politiker war zehn Jahre Chef der Liberalen und wurde über Parteigrenzen hinweg als Ausnahmepolitiker gesehen. (Quelle: imago stock&people/imago)

Auch ohne die sehr fröhliche Farbe Magenta im neuen Parteidesign?

Ich finde, Blau und Gelb sind sehr fröhliche Farben. Das neue Design ist klassisch FDP, dabei sehr klar, zeitgemäß und auf das Wesentliche fokussiert. Das passt gut zum inhaltlichen Profil, das wir prägen wollen.

Sie wollen die Liberalen künftig rechts der Mitte verorten. Ihr Ziel ist es, vor allem enttäuschte Wähler der Merz-CDU anzusprechen, aber auch solche, die heute AfD wählen. Warum dieser Fokus?

Ich möchte mich nicht damit abfinden, dass fast 30 Prozent der Bürger eine in Teilen rechtsextreme Partei wählen. Es muss doch der Anspruch aller Parteien sein, Wähler, die sie an die AfD verloren haben, zurückzugewinnen. Die Demoskopie zeigt: Unser größtes Potenzial liegt bei denjenigen, die bei der letzten Bundestagswahl noch CDU gewählt haben und sich jetzt enttäuscht abwenden. Aber selbstverständlich sind auch Menschen, die aus Enttäuschung und Frustration mal AfD gewählt haben, bei uns willkommen, wie auch die Wähler aller anderen Parteien.


Anführungszeichen


Aus mir werden Sie keinen verkniffenen Pessimisten machen.


Martin Hagen


Politologen erklären immer wieder: Wer einmal AfD gewählt hat, lässt sich kaum mehr überzeugen. Warum soll Ihnen gelingen, woran schon Friedrich Merz gescheitert ist, der die AfD „halbieren“ wollte?

Das ist eine sehr fatalistische These. Wenn sie zuträfe, würde daraus ja folgen, dass die AfD immer nur weiter wachsen und niemals wieder schrumpfen kann. Keine schöne Aussicht. Anstatt solche Ausflüchte zu suchen, bin ich dafür, möglichst viele Bürger von uns und unseren Inhalten überzeugen.

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