Die Uhr tickt
Großmarkt vor Abriss: Was wird aus den dort lebenden Katzen?
30.12.2025 – 12:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Jahreswechsel steht bevor, das Ende des Großmarkts ist besiegelt. Und was ist mit den dort immer noch lebenden Katzen?
Während die letzten Händler das Großmarkt-Gelände in Raderberg in diesen Tagen geräumt haben, tickt die Uhr für die dort weiterhin lebenden Katzen weiter. Über 60 Straßenkatzen konnte die Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ seit Mai in Sicherheit bringen.
Doch mindestens 15 weitere Tiere sind noch auf dem Areal, das bis zum Jahresende geräumt werden muss. Das sagte Mania Leverinhaus, Sprecherin der Initiative, der Kölner Lokalredaktion von t-online am Montag.
Die tatsächliche Zahl der im Großmarkt zurückgelassenen Katzen könnte auch noch höher liegen: Unklar sei nämlich etwa, so Leveringhaus, wie viele Händler in den Hallen Katzen halten, die sie nun dort zurücklassen werden. Zwischenzeitlich war die Population der Katzen auf dem Großmarkt auf rund 150 geschätzt worden.
Einige Großmarkt-Händler hatten sich einst Katzen zur Jagd nach Ungeziefer angeschafft, über die Jahre verlor man am Großmarkt aber die Kontrolle über die immer größer werdende Population der Tiere. Da einige Betriebe des Großmarkts die frei laufenden Katzen schließlich zunehmend als Problem empfanden, wandte sich die Stadt Köln bereits vor Jahren an einen Tierschutzverein.
Dieser versorgte die Tiere auf dem Gelände mit einer Futterstation, kastrierte sie und setzte sie wieder am Großmarkt aus – weil die Tierheime der Stadt bereits überlastet sind und einige der wilden Katzen dort auch überhaupt nicht leben könnten. In den letzten Monaten konnten zahlreiche Katzen von den Helfern von „Großmarkt Katzen Köln“, „Straßenkatzen Köln“ und dem „Katzenschutzbund Köln“ aus dem Großmarkt gerettet und vermittelt werden.
Dabei sei mit der Zeit „etwas Wunderschönes“ geschehen, berichteten die Helfer am Montag. „Katzen, die sich jahrelang versteckt hatten, begannen zu vertrauen. Einige fanden den Mut, Nähe zuzulassen und schließlich sogar in ein liebevolles Zuhause umzuziehen.“ Die Tiere hätten jahrelang auf dem 20 Fußballfelder großen Gelände gelebt – „in Müll, Kälte und Unsichtbarkeit“, wie die Initiative schreibt.
Ob die Katzenliebhaber auch nach dem Jahreswechsel weiterhin Katzen von dem Großmarkt-Gelände retten können, war zum Jahreswechsel unklar. Die Stadt Köln gab sich zuletzt zugeknöpft: In einer Stellungnahme an Pressevertreter hieß es zuletzt lediglich, das Umwelt- und Verbraucherschutzamt sei „bemüht“, den Tierschutzvereinen „weiterhin einen angemessenen Zugang“ zu dem Gelände zu ermöglichen.
