Ärger bei Brauereien und Wiesn-Chef
„Jetzt ist Schluss“: Bei Wiesn-Bierprobe entlädt sich großer Frust
11.09.2026 – 13:05 UhrLesedauer: 3 Min.

Eigentlich soll die Bierprobe die Vorfreude auf die Wiesn anfachen. Doch im Löwenbräukeller reden sich Stadt und Brauereien den Ärger über monatelange Debatten von der Seele.
Rund eine Woche vor Beginn des Oktoberfests hat Münchens Wiesn-Familie hörbar die Nase voll. Debatten über das Wasser, übermalte Figuren, monatelanger Streit um die Zeltvergabe – bei der traditionellen Bierprobe im Löwenbräukeller geht es am Donnerstagabend längst nicht mehr nur ums Bier.
Andreas Maisberger, Geschäftsführer des Vereins Münchener Brauereien, sagt gleich zu Beginn: „Zwischen zwei Wiesn macht man einiges mit.“ Man müsse erklären, „warum man Wasser zum Brauen nimmt und nicht in Pools reinkippt“. Figuren auf der Wiesn müssten plötzlich Schuhe und Kleidung tragen. Und nun müsse man „vor Gericht verteidigen, was urmünchnerisch ist“.
Dann folgt ein Satz, der die allgemeine Stimmung an diesem Abend unter den Anwesenden wohl gut zusammenfasst: „Wir haben uns das in den vergangenen Monaten alle lang genug angehört. Jetzt ist Schluss damit. Jetzt ist Wiesn.“
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Gerichtsentscheidung: Zwischen Hoffnung und Angst
Bei der offiziellen Bierprobe der sechs Festbiere der Wiesn 2026 am Donnerstagabend waren die Wiesnwirte, Vertreter aller sechs Münchner Brauereien und der Stadt München versammelt. Eine gute Woche vor dem Anstich treibt viele dieselbe Frage um: Muss München seine Standplätze für große Wiesn-Festzelte künftig europaweit ausschreiben? Darüber diskutierte an diesem Freitag das Bayerische Oberste Landesgericht.
Ausgelöst hat den Streit der Münchner Gastronom Alexander Egger. Er will erreichen, dass die Vergabe zweier Standplätze – betroffen sind das Paulaner-Festzelt und die Schottenhamel-Festhalle – künftig dem europäischen Vergaberecht unterliegt.
Die Vergabekammer Südbayern hatte Eggers Antrag im Mai zurückgewiesen, er legte jedoch Beschwerde ein. Für die Wiesn 2026 hat das Verfahren keine Folgen mehr: Das Gericht erlaubte im Juni, die beiden Festhallen wie geplant aufzubauen. Die grundsätzliche Rechtsfrage blieb jedoch offen. Ein Urteil steht weiterhin aus, trotz einer ersten mündlichen Einschätzung des Gerichts im Sinne der Wiesn-Wirte am Freitag.
„Vieles, was als gesichert galt, ist nicht mehr sicher“
Die Unsicherheit über die noch offene endgültige Entscheidung des Gerichts ist bei der Bierprobe spürbar. Wiesn-Stadträtin Anja Berger (Grüne) sagt: „Vieles, was als gesichert galt, ist nicht mehr sicher.“ Sie hoffe, „dass es gut für die Wiesn ausgeht, wie wir sie kennen und lieben“.