Schuss auf 14-Jährigen
Polizeigewerkschaft wehrt sich gegen Gewalt-Vorwurf
24.08.2026 – 12:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Beamter schoss in München auf einen 14-Jährigen mit einer Spielzeugpistole. Nun meldet sich die Polizeigewerkschaft zu Wort und reagiert deutlich auf die Kritik.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern hat Rassismusvorwürfe nach dem Schuss eines Beamten auf einen 14-jährigen Schüler in München zurückgewiesen. Der Landesvorsitzende Florian Leitner warnte zugleich vor einer Vorverurteilung der beteiligten Einsatzkräfte.
Der Schüler mit türkischer Staatsangehörigkeit und kurdischer Abstammung war am vergangenen Mittwoch (19. August) im Münchner Stadtteil Schwabing mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Pistole unterwegs, als ein Zivilbeamter auf ihn schoss. Der Jugendliche soll zuvor bedrohliche Gesten gemacht haben. Durch den Schuss wurde er schwer verletzt. Am Wochenende hatten rund hundert Menschen gegen das demonstriert, was sie als rassistische Polizeigewalt bezeichneten.
Gewalt-Vorwurf gegen Münchner Polizisten
GdP-Landesvorsitzender Leitner widersprach diesem Vorwurf scharf: „Diese Unterstellung lässt mich fassungslos zurück und ist eine Frechheit! Herkunft oder Nationalität eines Täters sind in einer lebensbedrohlichen Einsatzlage völlig unerheblich.“ Dass ein 14-Jähriger getroffen worden sei, mache den Fall besonders tragisch.

Dennoch betonte Leitner: „Eine täuschend echt aussehende Softair- oder Anscheinswaffe ist in einer dynamischen Einsatzlage nicht von einer scharfen Schusswaffe zu unterscheiden. Unsere Kollegen können nicht erst abwarten, ob tatsächlich geschossen wird. Dann ist es zu spät.“ Wer der Polizei hier Rassismus unterstelle, „verdreht die Realität. Oder – viel beschämender – nutzt die Situation, um einen wie auch immer gearteten Vorteil aus diesem tragischen Ereignis zu ziehen.“
Laut Polizei hantierte der Schüler aus dem Landkreis Miesbach, der in Begleitung eines etwa gleichaltrigen Mädchens war, auf offener Straße mit der Pistole. Als Zivilbeamte ihn aufforderten, die vermeintlich echte Waffe fallen zu lassen, drehte er sich mit der Waffe in der Hand zu den Beamten um. Daraufhin fiel der Schuss. Die Softair-Pistole ähnelte laut Polizei einer Beretta 92 im Kaliber neun Millimeter. Der Jugendliche war wegen eines anderen Vorfalls bereits polizeibekannt.
Mutter des Jungen: Er soll Lage verkannt haben
Die Mutter des Jungen schilderte dem Sender München.TV in einem kurdischen Dialekt, was ihr Sohn ihr berichtet hatte: Er habe sich umgedreht und die Lage wahrscheinlich gar nicht richtig erfasst. Dann habe er sofort die Arme hochgenommen und gerufen, dass die Waffe ein Spielzeug sei und die Polizisten nicht schießen sollten. Da sei der Schuss bereits gefallen.