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More und ESN fehlen in den Regalen

wochentlich.deBy wochentlich.de20 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Fehlender Rohstoff

Hohe Preise, leere Regale: Engpass bei Protein-Produkten


Aktualisiert am 20.06.2026 – 14:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Eine Person bereitet sich einen Proteinshake zu: Der Rohstoff für solche Produkte ist derzeit knapp. (Quelle: WhiteTea)

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Der Protein-Hype hat unerwartete Folgen: Bei deutschen Einzelhändlern werden Proteinprodukte knapp. Schuld ist ein weltweiter Engpass bei einem zentralen Rohstoff.

Kaum ein Lebensmittel bleibt vom Protein-Trend verschont. Es gibt Proteinshakes, -riegel, -brot, -pudding, -eis, -kaffee und vieles mehr. Das führt nun aber dazu, dass die Regale mit Proteinprodukten bei vielen Einzelhändlern regelrecht leergefegt sind.

Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, sind beliebte Marken wie ESN oder More Nutrition vielerorts nicht mehr zu finden. Händler wie dm und Müller bestätigten dem Branchenblatt, dass einige Markenhersteller derzeit nicht vollständig liefern können. Grund dafür sei ein Engpass bei einem wichtigen Rohstoff: Molkenprotein, auch Whey Protein genannt. Die weltweite Nachfrage wachse derzeit schneller, als die Hersteller liefern können. Eine schnelle Lösung sei nicht in Sicht.

  • Gesunde Schlankmacher: So viele Proteine braucht Ihr Körper
  • Moderne Proteinquellen: Wie gesund sind High-Protein-Produkte

Molkereien nicht auf Hype vorbereitet

Molkenprotein ist kein eigenständig produzierter Rohstoff – es fällt als Nebenprodukt bei der Käseherstellung an. Molkereien gewinnen es aus der Flüssigkeit, die beim Käsen übrig bleibt. Das Problem: Die Milchbranche hatte ihre Kapazitäten in den vergangenen Jahren auf ein moderates Käsewachstum von ein bis zwei Prozent pro Jahr ausgerichtet – nicht auf einen Proteinpulver-Boom.

Genau der ist aber eingetreten. Allein im deutschen Einzelhandel wuchs die Kategorie Proteinpulver 2025 um 60 Prozent auf einen Umsatz von 229 Millionen Euro. Von Januar bis Mai 2026 stiegen Umsatz und Absatz jeweils um rund 85 Prozent. Die Nachfrage übersteigt das Angebot – und das spüren Verbraucher nun im Regal.

Mehrere Molkereien – darunter große Konzerne, aber auch mittelständische Betriebe – investieren zwar bereits in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten. Doch die neuen Anlagen gehen erst in zwei bis drei Jahren in Betrieb. Hinzu kommt: Die USA, bislang ein wichtiger Lieferant auf dem Weltmarkt, exportieren deutlich weniger Molkenprotein als früher. Der Grund ist eine gestiegene Nachfrage im eigenen Land – unter anderem, weil zu Abnehmspritzen wie Ozempic eine proteinreiche Ernährung empfohlen wird.

Was das für den Preis bedeutet

Besonders betroffen sind Markenhersteller. Die Hamburger The Quality Group, die hinter den Marken ESN und More Nutrition steckt, hat bereits die Preise erhöht. Wer derzeit noch zuverlässig im Regal steht, sind die Eigenmarken der Händler. Sowohl Müller als auch Edeka füllen die Lücken nach eigenen Angaben mit ihren Hausprodukten. Der Grund: Eigenmarken laufen meist über längerfristige Verträge mit Rohstofflieferanten – oft über ein Jahr. Die Rohstoffknappheit könnte sich dort also erst später bemerkbar machen.

Für Verbraucher dürfte Proteinpulver in den kommenden Monaten teurer werden. Der Preis für den Rohstoff Whey Protein Konzentrat hat sich seit Januar etwa verdoppelt. Whey Protein Isolat – eine hochwertigere Variante – verteuerte sich zuletzt um über 40 Prozent.

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